Originaltitel: REMBRANDT

F/D/NL 1999, 113 min
Verleih: Pegasos

Genre: Biographie

Darsteller: Klaus Maria Brandauer, Romane Bohringer, Jean Rochefort

Stab:
Regie: Charles Matton
Drehbuch: Charles Matton

Kinostart: 24.05.01

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Rembrandt

Künstlerbiographie als Historiengemälde

Die Frage, ob man sich einem Maler besser über sein Leben oder seine Bilder nähert, erhält auch hier keine eindeutige Antwort, denn Regisseur und Autor Matton versucht beides. Beginnend mit der Ankunft des jungen, gleichwohl renommierten Kunstmalers Rembrandt in Amsterdam, dem ein Straßenprediger schon das böse Ende allen Erfolges prophezeit, schildert Matton die prägenden Lebensstationen und zeichnet eine außerordentliche Karriere nach, die zwischen Extremen verläuft - von Rembrandt-Shooting-Star bis zum Verglühen in Armut und Ächtung. Dabei konzentriert sich Matton weniger auf innere Kämpfe, als vielmehr auf die Auseinandersetzungen mit dem gesellschaftlichen und familiären Umfeld.

Im Zentrum stehen Rembrandts Frauen - seine Gattin Saskia van Uijlenburgh, die mehrere Kinder zur Welt bringt, von denen aber nur der Sohn Titus überlebt, und nach Saskias Tod die junge Bedienstete Hendrickje Stoffels, mit der er trotz aller Anfeindungen durch die feine Amsterdamer Gesellschaft ohne den Segen der Kirche viele Jahre zusammenlebt. Auch Rembrandts künstlerische Entwicklung, sein realistischer Stil, sein Interesse für die niederen Stände werden von den höfischen Sachverständigen mißbilligt. Hatte er Händler und Mäzene schon auf dem Höhepunkt seines Ruhms durch Arroganz brüskiert, läßt man ihn nun, da der finanzielle Ruin sich kaum mehr aufhalten läßt, fallen wie eine heiße Kartoffel. Seine Bilder und sein Vermögen werden zu lächerlichen Preisen versteigert.

Diese biographischen Fakten setzt Matton in eine visuelle Sprache um, die der Rembrandts in vielerlei Hinsicht angenähert ist - ein Daumenkino seiner Werke, "bewegte Bilder" im wahrsten Sinne des Wortes. Wie der Maler ringt auch die Kamera um Perspektive, um die plastische Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund. Die Lichtquellen meint man in Fenstern hinter oder neben der Szenerie auszumachen, einzelne Einstellungen scheinen Motive und Konstellationen aus Rembrandts Bildern zu duplizieren. Matton komponiert Biographie als historisches Gemälde, das durchaus eindrucksvoll ist, wenn es auch immer äußerlich bleibt.

[ Sylvia Görke ]

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