USA 1999, 123 min
Verleih: Constantin

Genre: Mystery, Psycho

Darsteller: Bruce Willis, Toni Colette, Haley Joel Osment

Regie: M. Night Shyamalan,

Kinostart: 30.12.99

Noch keine Bewertung

The Sixth Sense

Bruce Willis in halbgruseligem Kammerspiel

Keine schöne Kindheit. Der kleine Cole sieht tote Menschen. Immer wieder suchen ihn die Wesen aus dem Jenseits auf. Selbst als der Junge Kratzer und Verwundungen auf seinem Körper hat, kann seine Mutter nur hilflos reagieren. Doch Cole ist nicht in der Lage, sich ihr zu offenbaren. Eines Tages trifft er auf den Psychologen Crowe. Diesem gelingt es, Coles Vertrauen zu gewinnen und der Junge enthüllt immer grausigere Details. Die Schule, die Cole besucht, sei kein ehemaliges Gerichtsgebäude sondern eine Hinrichtungsstätte, von deren Decke unzählige Leichen hängen. Doch noch kann der Junge Crowe nicht sein ganzes Trauma schildern. der Psychologe stürzt sich in die Arbeit. Sein gesamtes Privatleben, durch einen Zwischenfall in der Vergangenheit ohnehin tief zerrüttet, vernächlässigt er. Und eines Tages, nachdem Cole von Mitschülern in einen Kellerverschlag gesperrt wird und man ihn dort verletzt und verstört vorfindet, erzählt Cole dem Psychologen flüsternd sein Geheimnis: I can see dead bodies!

Für Crowe ist jetzt alles klar: klassischer Fall von Schizophrenie! Weitgefehlt...

Mehr kann nicht erzählt werden. Nur so viel, daß mit dem verstörenden Ende der gesamte Film in Frage gestellt wird. Natürlich gehört dieses wunderliche Werk zu den Filmen, die man eventuell ein zweites Mal sehen sollte. Aber so einfach ist das nicht, denn Shyamalan hat einen mystischen Hollywood-Stoff mit europäischer Handschrift inszeniert. Was wie ein mutiger Versuch klingt, entpuppt sich recht schnell als ziemlich langatmiges Kino. Ewig lange Einstellungen ohne erkennbare Notwendigkeit und das ewig weinerliche Gesabbel von Bruce Willis vertreiben bald den anfänglichen Nervenkitzel. Im unglaubwürdigen Kontrast zur klaustrophobischen Ruhe des Films steht das inflationäre Auffahren der Leichen. Und irgendwie nerven auch diese ewig ernsten, klugen und mit acht Jahren schon erwachsenen Kinder. Außerdem muß sich Bruce Willis nicht mehr mit bebenden Mundwinkeln als Schauspieler beweisen. Es wird höchste Zeit, daß STIRB LANGSAM-John McLane das ärmellose Feinripp wieder trägt.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.