D 2006, 117 min
Verleih: Constantin

Genre: Abenteuer, Kinderfilm

Darsteller: Ulrich Noethen, Jeanette Hain, Hauke Diekamp, Jürgen Vogel

Regie: Tomy Wigand

Kinostart: 28.09.06

1 Bewertung

TKKG (2006)

Trauriges Kinder-Kino-Gestümper

"Heute kommen wir zum faszinierendsten aller menschlichen Organe, dem Gehirn" läßt Ulrich Noethen als Lehrer Manek zu Beginn des Films verlauten. Es geht um das Lernen und um 100 Milliarden Hirnzellen, die ein Mensch durchschnittlich besitzt. Jede von ihnen wird böse schmerzen, wenn man sich auf die 117 Filmminuten von TKKG einläßt. Selten gingen Dreistigkeit und Stumpfsinn eine nervigere Allianz ein.

Die Kinderdetektive Tim, Karl, Klößchen und Gabi - als TKKG aus Büchern, Hörspielen, Comics und TV-Serie hinlänglich bekannt - kommen einem heimtückischen Experiment an Schülern auf die Spur. Wunderkind Kevin hat den Wettbewerb "Jugend forscht" mit einer sogenannten "Mind-Machine" gewonnen, die durch Stimulation der Hirnströme aus durchschnittlichen Kids kleine Superhirne macht. Doch leider hat die Maschine Nebenwirkungen, was aber einen geheimnisvollen Drahtzieher nicht davon abhält, Kinder zu entführen und das Gerät an ihnen zu testen.

Mehr über die dümmliche Geschichte zu lesen/schreiben ist reine Zeitverschwendung, so uninteressant und bierernst kommt sie daher. Ermittelt wurde bei TKKG ohnehin noch nie, aber wenigstens sorgten die Abenteuer für milde Unterhaltung. Der jüngste Kinoausflug gerät jedoch zum geradlinigen Desaster. Von deutschen Filmförderanstalten großzügig finanziell bedacht, entfesseln die Macher eine penetrante und uninteressante Abhandlung über Vorteile des Lernens, die auf jedes Übel ein noch Größeres folgen läßt und das junge Publikum peinlich unterschätzt. Überforderte Darsteller, dämliche Dialoge, langweilige Schauplätze - alles vorhanden!

Am besten ergeht es dem anfänglich erwähnten Noethen. Er verteidigt seinen Ruf als Wanderpokal des deutschen Jugendfilms und darf in einer weiteren Paukerrolle wieder gedankenversunken aus Fenstern schauen und Pennäler zurechtweisen. All das tut er mit einem Funken verzweifelter Würde inmitten eines Ensembles blasierter Wohlstandskids, die sich derart inbrünstig und überambitioniert durch ihre Dialoge schreien, als wollten sie vorausschauend den Unmut des Publikums übertönen.

Die auffälligsten Stolperfallen der aufwendigen Produktion sind jedoch Tomy Wigands schlampige Regie und vor allem das haarsträubend stümperhafte Drehbuch von Marco Petry und Burt Weinshaker. Dafür gibt’s Klassenkeile!

[ Roman Klink ]