D/Österreich 2007, 95 min
Verleih: Kinowelt

Genre: Dokumentation, Sport

Darsteller: Alexander und Thomas Huber

Regie: Pepe Danquart

Kinostart: 22.03.07

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Am Limit

Bruderzwist am steilen Fels

Alexander und Thomas Huber schrieben als "Huberbuam" Bergsteigergeschichte. Nach seiner höchst spannenden Tour-de-France-Doku HÖLLENTOUR heftete Pepe Danquart sich an die Fersen der beiden Extremkletterer und folgte ihnen einmal um die Welt, von Berchtesgaden über Kalifornien nach Patagonien. In luftigen Höhen kam er einem gespannten Verhältnis zwischen Brüdern auf die Spur.

Die Hubers wollen im Yosemite Nationalpark die "Nose" in Rekordzeit erklimmen, 1000 Meter steilen Granits, die Feuertaufe für die besten Kletterer. Sie trainieren, bereiten sich auf diesen großen Moment vor, perfektionieren ihr Teamwork. In den Atempausen erzählen sie von der gemeinsamen Kindheit - von zunehmender Rivalität, als Alexander, der jüngere von beiden, Thomas im Erfolg überholte. Dann wieder Spannung am Fels: der Startschuß, später der herbe Rückschlag - Alexander stürzt und verletzt sich schwer. Die körperliche Krise fördert kritischere Töne zwischen den Brüdern zu Tage. Aber die nächsten Herausforderungen warten schon, im Eisgebirge Patagoniens und wieder im Yosemite Valley É

Es geht nicht vordergründig um Bestätigung. Vielmehr fällt jeder Mensch irgendwann die Entscheidung, mit welcher Intensität er sein Leben bereichern will, welche Risiken er eingehen wird. Diese Wahl steht nicht nur auf Berggipfeln an. Die metaphorische Aufarbeitung der Hürden des Lebens hebt AM LIMIT aus dem Sportdoku-Kosmos heraus. Kleine Ungenauigkeiten erlaubt sich Autor und Regisseur Danquart leider, wenn er seine Gesprächspartner nicht vorstellt und so beim Zuschauer Insiderwissen voraussetzt. Dabei ist sein Film ein irrsinniges Erlebnis für ein Publikum auch jenseits der Kletterkreise (Grundkenntnisse der bayrischen Sprache bringen klare Vorteile!). Angetrieben von einem atemberaubenden Soundtrack und mit Bildern, die jeglicher Schwerkraft trotzen, arrangiert Danquart den Wettkampf gegen Naturgewalten und das Ego als atemberaubenden Thriller. Für eine irritierende Traumsequenz greift er sogar zu Spielfilmmitteln. Die Wirkung verfehlt sein Film jedoch nie.

Am sprichwörtlichen Limit bewegen sich seine Protagonisten als Bergsteiger. Auch ihre Freundschaft wird vor Danquarts unbestechlichem Kamerablick auf eine harte Probe gestellt, sicher nicht zum letzten Mal. "Paßt scho!" würden die Hubers dazu bestimmt meinen.

[ Roman Klink ]

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