Originaltitel: AUTUMN IN NEW YORK

USA 2000, 106 min
Verleih: Concorde

Genre: Tragikomödie, Romantik, Liebe

Darsteller: Winona Ryder, Richard Gere

Regie: Joan Chen

Kinostart: 12.10.00

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Es begann im September

Melodramatische Romanze im Big Apple

Richard Gere, Winona Ryder und ein Herbst in New York, der nur noch vom Pariser Frühling zu toppen ist. Eigentlich eine unschlagbare Kombination, zumal man ahnt, daß alles auf Liebe hinaus läuft. Doch wie immer ist das mit den glücklichen Beziehungen nicht so einfach. Das wird schon in der Anfangssequenz klar: Will Keane, erfolgreicher und umschwärmter Restaurantbesitzer und Küchenchef, macht beim lockeren Spaziergang im Central Park mal eben mit seiner wunderschönen Geliebten Schluß. "Es liegt nicht an dir, sondern an mir." - aha, der Mann ist schwierig. Das kann die junge Hutdesignerin Charlotte nicht schrecken. Als sie in Keanes Lokal ihren Geburtstag feiert, erliegt sie seinem Charme. Und auch er ist interessiert. Das Unvermeidliche geschieht. Doch mit seinen abwiegelnden Sprüchen, die sonst die Beischlafgefährtinnen auf Abstand halten sollen, beißt er bei Charlotte auf Granit. Denn sie kann selbst nicht für die Ewigkeit planen - Charlotte ist schwer herzkrank und hat nicht mehr lange zu leben.

Da hat sich die gebürtige Chinesin Joan Chen vom weit verbreiteten Hang zu dick aufgetragener Sentimentalität und romantisch verklärtem High Life ganz schon einwickeln lassen. Zwar kann sie in ihrem Regiedebüt auf amerikanischem Boden voll und ganz auf die Gesichter großer Stars vertrauen, aber die müssen in einem heftig klebrigen Plot gegen allerlei melodramatischen Kitsch ankommen.

Die erste Hürde ist der an den Haaren herbeigezogene Konflikt zwischen alt und jung. So mutet der recht appetitlich aussehende Gere keineswegs so ältlich an, daß man über seine Verbindung mit der ätherischen Winona in Erstaunen ausbrechen müßte. Die Schöne selbst durchstreift das Filmidyll mit einer penetranten Feenhaftigkeit, so daß der überbordend üppig geschmückte Weihnachtsbaum kurz vor dem tragischen Höhepunkt dann auch nicht mehr stört. Insgesamt ein bißchen viel Aufwand für eine etwas dünne Geschichte.

[ Sylvia Görke ]

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