D 2011, 74 min
FSK 0
Verleih: MFA

Genre: Kinderfilm, Animation

Stab:
Regie: Irina Probost
Stimmen: Malte Arkona, Michael Schanze, Elton

Kinostart: 24.05.12

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Janosch – Komm, wir finden einen Schatz

Paddeltour-Kino aus dem Janosch-Land

Es breitet sich inzwischen zum dritten Mal auf der Leinwand aus, das Janosch-Paralleluniversum der aquarellierten Gemütlichkeit in einer Landschaft ewiger Kindersommer; dort, wo jeder Tag Good Day Sunshine pfeift, und wo sich am Abend Fuchs und Hase tatsächlich freundlich Gute Nacht wünschen. Und das, während Tiger und Bär vom Angeln nach Hause kommen und auf dem Bänkchen vorm Häuschen in den Sonnenuntergang blinzeln.

Was braucht man groß zum Glücklichsein? Das ist im Grunde die Frage, die Janosch-Kinderbücher immer wieder aufs Neue verhandeln. Und die Antwort, die dann auch immer wieder aufs Neue gleich mitgeliefert wird, ist in der Tat mal eine pädagogisch brauchbare: Macht mal ganz ruhig, kündet die nämlich. Bloß keine Aufregung. Nutze den Tag, heißt: Genieße den Tag! Die Kunst des Müßigganges wird da ebenso gepriesen, wie die der Freundschaft. Und die wird hier auch nicht angefochten von dem, was eben so manche Freundschaft zerbrechen läßt. Die Gier nach dem schnöden Mammon etwa.

Die glimmt dann auch nur mal ganz kurz in JANOSCH – KOMM, WIR FINDEN EINEN SCHATZ auf. Und das auch nicht zwischen den alten Kumpeln Tiger und Bär, denen der (wortwörtliche) Wind des Zufalls eine Schatzkarte in die gemütliche Hütte weht, sondern zwischen Kurt, dem Hund, der knurrt, und dem Gaunerdetektiv-Kater Gokatz. Die sind nämlich auch hinter jenen Seeräuberdublonen her, die irgendwo hinter Wald, Heide und Berg versteckt sein sollen. Zwei Schurken, die dabei für Schurken aber letztlich doch viel zu gutmütig sind, suchen sie doch dann eigentlich auch eher nach Freundschaft als Reichtum.

Womit zu sagen wäre, daß das einzige Gierige an JANOSCH – KOMM, WIR FINDEN EINEN SCHATZ die völlig sinnlose 3D-Aufpäppelung ist. Von der Gleichmut materiellem Gewinn gegenüber, die dieser Film so pastellen propagiert, ist der Film somit dann selber doch ein Stück entfernt. Wie gehabt, ist auch hier die dritte Dimension ganz offensichtlich ohne erzählerischen Mehrwert, also pure Geldschinderei.

Und darüber hinaus? Kann man diesen Film-Janosch, der mit dem Buch-Janosch nur noch an der Oberfläche Gemeinsamkeiten hat, als kleines Abenteuer der gediegenen Harmlosigkeiten durchaus mal anschauen. Ein Kinoschatz ist das Ganze nicht geworden, aber unterm Strich immerhin so was wie eine ganz gemütliche Paddeltour.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

Lesezeichen:

Janosch – Komm, wir finden einen Schatz ab heute im Kino in Leipzig

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