Originaltitel: 12 STRONG

USA 2017, 130 min
FSK 16
Verleih: Concorde

Genre: Action

Darsteller: Chris Hemsworth, Michael Shannon, Michael Peña

Regie: Nicolai Fuglsig

Kinostart: 08.03.18

Noch keine Bewertung

Operation: 12 Strong

Ich schau Dir in die Augen, Kleiner

Am Hindukusch, wir wissen es alle, wird die Demokratie verteidigt. Wie das aussieht, weiß allerdings nicht jeder. Wie unsere amerikanischen Verbündeten das Ding rocken, kann man jetzt in OPERATION: 12 STRONG sehen.

Die Erschütterung nach den Anschlägen vom 11. September läßt den eigentlich im heimischen Familiendienst gut eingebundenen Captain Mitch Nelson keine Sekunde daran zweifeln, wo er jetzt wirklich gebraucht wird. Nicht bei Frau und Kind, sondern bei seiner Einheit. Frau und Kind sehen das voll ein, und auch als Mitch sich bereit erklärt, mit elf weiteren Kameraden im nordafghanischen Kriegsgebiet eine extrem gefährliche Mission zu übernehmen, hängt nicht der Haussegen schief, sondern wird die Flagge gehißt.

Es gibt eine lustige Sache in OPERATION: 12 STRONG. In einer hübsch nach Karl May aussehenden Berghöhle (draußen tolles Panorama, drinnen verwegene Gesellen an knisternden Lagerfeuern) gerät unser Captain Mitch mit einem zwar verbündeten, aber wenig freundlichen afghanischen Stammesführer aneinander. Der nämlich will wissen, warum gerade Mitch Anführer dieses Ami-Haufens ist, wo er, Mitch, doch eine wesentliche Voraussetzung dafür nicht habe. Killeraugen nämlich. Empfundene drei Stunden und viele Kämpfe später bekommt Mitch von unserem afghanischen Nörgler dann doch noch den Ritterschlag, mitten auf dem Schlachtfeld und mit dem irgendwie hartleibig hervorgepreßten: „Jetzt hast Du Killeraugen!“

Wo da jetzt der Witz ist? Na, daß die Augen von dem netten, freundlichen Chris Hemsworth, der den Captain Mitch mimt, in dieser Szene wirklich immer noch ganz genau jene netten, freundlichen Augen sind, mit denen der Kerl drei empfundene Stunden zuvor auch schon in die Kamera blickte. Doch, ist witzig!

Allein, weil es hier sonst ja nicht viel zu lachen gibt. Und die Sache ja auch symptomatisch ist für diesen Film, der frohgemut ständig was behauptet (Emotion, Spannung, spektakuläre Action, Killeraugen), aber nichts davon wirklich zeigt. Und das alles mit einigem Aufwand. Wozu gehört, daß diese „starken Zwölf“ allesamt zu charakterlich blitzblanken Saubermännern geschrubbt wurden. Gut, kann man nichts machen, beruht ja alles auf den berühmten „wahren Begebenheiten.“ Und trotzdem: Was waren das noch für Männer, einst in DAS DRECKIGE DUTZEND. Und mit was für Augen …

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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