Queere Filmwoche

10.01.–16.01.2019

Kinobar Prager Frühling




Bild: LAS HIJAS DEL FUEGO

Lebenshilfe für Papst und Politik

Ein Blick auf die „Queere Filmwoche“

Das sind Zeiten ... Was soll man von einem Typen halten, dem eigentlich per Amt das Wohl aller Menschen am Herzen liegen sollte, der mit seinen salbadernden Worten Milliarden erreicht und dabei oft genug Feindlichkeit predigt? Nichts anderes tut Papst Franziskus, indem er sich jeder Lebensrealität verweigert, wenn er wiederholt Familie einzig als Bündnis aus Mann und Frau definiert, wenn er, wie jüngst geschehen, geistesabwesend oder doch feindselig Homosexualität als Modeerscheinung deklariert. Zu homosexuellen Kirchenamtsanwärtern äußerte er sich: „Für solche Menschen ist in Weiheamt und geweihtem Leben kein Platz.“ Und wie bitte soll man das im Jahr 2018 finden, wenn eine sogenannte Volkspartei ihre am Volk vorbeifühlende neue Chefin benennt, die keinen Hehl daraus macht, was sie von der Homo-Ehe hält?

Eine Empfehlung immer ist, sich gegen Betonköpfe und Frostherzen aufzulehnen, und ein probates Mittel im Kampf selbst gegen päpstliche Dummheit ist das Erzählen homo- und transsexueller Lebensgeschichten, wie es das Kino in Regelmäßigkeit tut. Und schon deswegen ist „QueerBlick“, die Filmreihe der Passage Kinos, aus dem Leipziger Kinokalender nicht mehr wegzudenken, und schon deswegen ist es wichtig, wenn sich die Kinobar Prager Frühling alljährlich mit ihrer „Queeren Filmwoche“ Lebensbildern jenseits des Normativen widmet.

Dabei wird die diesjährige Edition zur Reise um den Erdball: LAS HIJAS DEL FUEGO erzählt von der sexuellen Befreiung argentinischer Frauen, RAFIKI hält eine lesbische Emanzipationsgeschichte aus Kenia bereit, und THE FAVOURITE taucht ins England des 18. Jahrhunderts ein, um von einem besonderen Vertrauensverhältnis zwischen einer Adligen und einer Magd zu erzählen. Ebenfalls im Programm ist DER VERLORENE SOHN, ein brillant besetztes und zutiefst ergreifendes Coming-Out- und Familiendrama, in dessen Zentrum der schwule Teenager Jared steht, der von seinen Eltern in eine zwölf Tage andauernde Konversionstherapie gezwungen wird, um am Ende von seiner Homosexualität „geheilt“ zu sein. Was wie Science Fiction oder aus dem Zeitalter der Hexenverbrennung klingt, ist noch heute betriebene Praxis in knapp 40 Bundesstaaten der USA!

Zum Programm gesellen sich traditionell erlesenes Repertoire und Kurzfilmreihen, die sich dezidiert mit Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen. Die wird als Themenabend mit „GutMensch“ tituliert, da und ganz allgemein an diesen sieben Filmtagen ist sicher einiges mitzunehmen für den Stellvertreter Jesus Christus’ und die lebensfremde AKK ...

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.


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