Originaltitel: 13 HOURS: THE SECRET SOLDIERS OF BENGHAZI

USA 2016, 144 min
FSK 16
Verleih: Paramount

Genre: Action, Kriegsfilm

Darsteller: John Krasinski, James Badge Dale, Max Martini

Regie: Michael Bay

Kinostart: 03.03.16

Noch keine Bewertung

13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi

Eine Frage des Mehrwerts

Michael Bay, das ist der der Typ aus Hollywood, der es gern krachen läßt. Als Produzent und Regisseur folgt er dabei einer so simplen wie erfolgreichen Direktive: Mehr ist schlicht und einfach auch mehr. Wobei sich dieses „Mehr“ natürlich nicht auf solchen Schnickschnack wie mehr Nuancen bei der Figurenzeichnung oder mehr Originalität beim Drehbuch bezieht. Derart „mehr“ ist für jene Art des Mehrwertes, auf den Michael Bay aus ist, eher kontraproduktiv. Stattdessen: mehr Krach, mehr Action, mehr Pathos. Bay-Filme hyperventilieren gern vor Popcornkino-Superlativen cineastischer Materialschlachten. Das kann man mögen oder nicht. An den Kinokassen funktionierte es von BAD BOYS über ARMAGEDDON bis hin zur TRANSFORMERS-Reihe prächtig.

Wird wohl auch bei Bays neuestem Werk, nicht anders sein. Und das, obwohl der Regisseur im Vorfeld der Dreharbeiten erklärte, es sei ihm wichtig, gerade diesen Film „möglichst realistisch“ aussehen zu lassen. Schließlich geht es hier um Amerikas Krieg gegen den Terror. Und um wahre Ereignisse sowieso. Nach Bengasi also führen die, ins Jahr 2012. Es ist der 11. September, als in der libyschen Hafenstadt die ohnehin angespannte Lage explodiert. Der Diplomatensitz der USA wird von Terrormilizen angegriffen, der Botschafter getötet. Ein in der Nähe befindlicher CIA-Stützpunkt könnte helfen, ist aber in der fatalen Situation, im Namen der Geheimhaltung Ruhe bewahren zu müssen. Was wiederum die Wachmannschaft, ein Haufen Ex-Special-Forces-Cowboys mit ausgeprägtem Ehrenkodex, überhaupt nicht einsieht. Auf eigene Faust brechen sie auf zur Rettung ihrer Landsleute.

Ja, wo Bay draufsteht, ist auch Bay drin. Immer. Das heißt, die Sache mit dem „realistisch“ kann man vergessen oder mit einem Kichern frequentieren, etwa bei allerlei patriotischem Geblubber, für das hier all die kernigen, amerikanischen Männer der Tat sich immer noch Zeit nehmen, bevor sie zur Tat schreiten. Voll realistisch, echt. Aber gut, bei derlei bleihaltiger Handlung ist der Dialog halt auch oft bleiern. Muß man durch. Und was dann die Action angeht, da läßt 13 HOURS: THE SECRET SOLDIERS OF BENGHAZI nichts zu wünschen übrig. Mehr ist halt mehr. Und auch wenn das mitunter eher großspurig als großartig aufscheint, verabreicht Bay dieses „Mehr“ wieder mal als solide Adrenalin-Überdosis. Das läßt die Schwächen des Films nicht vergessen, macht sie aber erträglich.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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