Originaltitel: 19

82 min
Verleih: Piffl

Genre: Schräg, Eastern

Darsteller: Daijiro Kawaoka, Takeo Noro, Ryo Shinmyo

Regie: Kazushi Watanabe

Kinostart: 02.01.03

Noch keine Bewertung

19

Den jungen Wilden das Kommando!

Um es vorweg zu nehmen, raus muß es ja ohnehin: 19 gehört zu den überraschendsten Filmen der letzten Zeit, 19 ist - verzeihen Sie das unvermeidliche Abtauchen in sprach-vulgäre Abgründe - bereits jetzt einer der geilsten Filme des noch jungen Kinojahres. Das ist weit herausgelehnt - hier nun der Versuch einer Erklärung.

Die Geschichte ist knapp und pfiffig: Usami, ein reizender Studentenbengel mit einem zahmen Engelsgesicht, wird auf dem Heimweg von der Uni verschleppt. Drei finster dreinschauende junge Herren zerren den Knaben ins Auto und auf geht’s. Usami ist nicht nur verschreckt, sondern auch verwundert, denn ihn ereilt das Gefühl, nicht wirklich gekidnappt, sondern einfach unterwegs zu sein. So bummelt man gemeinsam durch Einkaufspassagen, auch am Tierpark führt kein Weg vorbei. Fliehen will Usami dennoch, was schief geht und mit schmerzlicher Konsequenz geahndet wird. Noch immer weiß der Bube nicht, was die sinisteren Gesellen mit ihm eigentlich vorhaben. Dann wird ein weiteres Unschuldslamm in ihre Gewalt gebracht...

Spätestens jetzt rutscht auch der Zuschauer im Sessel hochnervös hin und her, denn wissen will man’s schon: was haben die Typen überhaupt vor? Bei Larry Clark wüßte man die Antwort vermutlich schon beim Ticketkauf, doch Watanabes Regie-Erstling geht da weitaus verblüffendere Wege. Apokalyptischer Amoklauf liegt ihm eher fern, vielmehr schlägt er trotz aller inhaltlichen und formalen Radikalität einen lakonischen, einen abenteuerlichen Ton an. Ähnlich Clark untersucht auch Watanabe die Revolte der Sinnlosigkeiten, doch er verneint nicht nur. Bei ihm geht’s schillernd-schwarz los, und es endet im rauschhaften Neuland.

Wenn sich Watanabe diese Kühnheit, diese frische Lust am unberechenbaren Fabulieren bewahrt, dann verdient sich Japan endgültig den vor ein paar Jahren eigentlich zu früh verschossenen Lorbeer, das derzeit innovativste Filmland zu sein.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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