Originaltitel: 21 GRAMS

USA 2003, 125 min
Verleih: Constantin

Genre: Drama

Darsteller: Sean Penn, Benicio Del Toro, Naomi Watts, Charlotte Gainsbourg, Melissa Leo

Stab:
Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Guillermo Arriaga

Kinostart: 26.02.04

1 Bewertung

21 Gramm

Schicksalspuzzle mit Übergewicht

Dem todkranken College-Professor Paul kann nur noch eine Herztransplantation helfen. Der ehemalige Knastbruder Jack, vom schwierigen Leben am Rande des sozialen Abgrunds gebeutelt und über und über mit Schuld beladen, erwartet Beistand nur noch von Gott. Cristina, nach jahrelangen Drogenproblemen endlich im Paradies Familie angekommen, verliert durch den Tod des Ehemanns und der zwei Töchter erneut den Halt.

Angst, Schuld, Trauer, Rache - wie schon in seinem gewaltigen Spielfilmdebüt AMORES PERROS müssen die Protagonisten des Mexikaners Alejandro González Iñárritu auch hier den Scheißdreck der ganzen Welt schultern. Wieder verschweißt ein Autounfall die Schicksale dreier Menschen: Hinterm Steuer sitzt Jack, Cristines Familie stirbt, das Herz des geliebten Mannes ist die Rettung für Paul. Er verläßt seine Frau und sucht die Bekanntschaft der Hinterbliebenen des unglücklichen Spenders.

Die Handkamera wühlt sich in die Figuren und ihr Umfeld - unregelmäßiger Atem, Intimität kurz vor der Schamgrenze, physisch erfahrbare Körper. Erzählt wird in Vor- und Rückblenden, in Auslassungen und Parallelen, den Ereignissen vorgreifend oder sie nachträglich begründend. Doch während der Regisseur es in seinem ersten Film verstand, komplexen und ineinander verschobenen Abläufen bei aller Wildheit eine nachvollziehbare Struktur zu geben, überträgt sich sein erzählerischer Kraftakt diesmal auf den Zuschauer. Der Schlüssel für so manches Rätsel liegt in längst vergangenen Szenen. Manch winziges Detail erhält erst spät, zu spät Bedeutung.

In dieser durchaus kunstvoll gestalteten, aber eben nicht zwingend notwendigen Verdunklungsstrategie kämpfen die Hauptdarsteller um das dramatische Gleichgewicht ihrer Figuren. Ausnahmslos eindrucksvoll und aufwühlend ist, was Penn, Watts und vor allem Benicio Del Toro dabei leisten. Dennoch: Diese 21 GRAMM, dieses Nichts, das dem Körper angeblich im Tode entweicht, zieht nicht nur drei Fremde in die gemeinsame Katastrophe. Iñárritus düsteres Drama wiegt schwer wie Blei.

[ Sylvia Görke ]

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