Originaltitel: ADAPTATION

USA 2002, 117 min
Verleih: Columbia

Genre: Satire, Schräg

Darsteller: Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper, Tilda Swinton, Brian Cox

Stab:
Regie: Spike Jonze
Drehbuch: Charlie Kaufman

Kinostart: 13.03.03

Noch keine Bewertung

Adaption

Ein Musterbeispiel nervigen Plaudertaschenkinos

Mit Spike Jonzes BEING JOHN MALKOVICH hatte Drehbuch-Autor Charlie Kaufman ja ein ziemlich krasses und herrlich kaputtes Ding hingelegt. Und nun referiert er über sich selbst, will witzig sein und nimmt sich doch nur wichtig. Denn ADAPTION ist zwar ähnlich krude, aber so zähneknirschend um Originalität bemüht, daß einem angst und bange wird - so fern man noch nicht entschlummert ist. Denn akute Gähngefahr lauert bei diesem Branchenkalauer an jeder zweiten Ecke. Wird also Zeit, daß HUMAN NATURE in die Kinos kommt. Hier schrieb zwar auch Charlie Kaufman das Buch, aber eben ein gelungenes.

Charlie Kauman nun, so heißt die Figur wirklich, ist Erfolgsautor. Bisher zumindest, denn plötzlich plagen ihn Selbstzweifel, das Haar geht kranzförmig aus, auch sexuell ist im wahrsten Sinn des Wortes tote Hose und überhaupt. Dagegen fährt sein Zwillingsbruder Donald zur Höchstform auf, schreibt nach einem dubiosen Drehbuchseminar eine klischierte Räuberpistole über Serienkiller mit Persönlichkeitsstörung nieder und wird zum gefeierten Star. Nun wagt sich der geplagte Charlie auch noch an den Bestseller "The Orchid Thief" von Susan Orlean ran und versackt kümmerlich auf halber Strecke. Doch dann beginnt er sein eigenes Leben in den sperrigen Erzählfluß zu flechten ...

Wie geistesarm muß Hollywood mittlerweile geworden sein, daß man sich nun eine derart verkorkste Bauchpinselei aus den Hirnen martete. Da wird unkonventionell mit holprig verwechselt, da muß Schläfrigkeit als schräg durchgehen, da wird eine Groteske zur Jammernummer gemacht, da werden hohle Phrasen immer knapp an der Konventionalstrafe für blödsinniges Geschwätz vorbei gedroschen. Kaufman und Jonze hauen sich mit mürben Dialogen, akut witzarmer Komik und einem zäh wie Griesbrei strömenden Erzählfluß doch nur selber die Taschen voll. Heraus kommt weder Kunst, noch Satire, noch Unterhaltung.

Da hilft es wenig, daß Nicolas Cage direkt mal wieder überzeugend spielt, daß ihm zur Seite die wiederentdeckte Meryl Streep gestellt wurde. Nein, da hilft nichts, außer man klemmt sich diesen fehlgeschossenen Geistesblitz.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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