Originaltitel: THE ALIBI

USA 2006, 90 min
Verleih: Tobis

Genre: Komödie, Thriller

Darsteller: Steve Coogan, Rebecca Romijn, Selma Blair, James Brolin, Sam Elliott, Jaime King, John Leguizamo, Debi Mazar, Henry Rollins, Deborah Kara Unger

Regie: Matt Checkowski, Kurt Mattila

Kinostart: 22.06.06

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Alibi

Glänzend schmutzige Farce im Neo-Noir-Mantel

Ray Elliot hat nicht nur eine gähnende Marktlücke entdeckt, sondern selbige auch mit einem beherzten (Seiten-)Sprung besetzt: Der Mann beschäftigt einen voluminösen Personalstamm, welcher allen Menschen, die ihre Lebenspartner betrügen möchten, Alibis verschafft. Da werden Meetings vorgetäuscht oder Teilnahmen an Tagungen aus dem Boden gestampft, während sich der untreue Klient beziehungsweise die innerehelich unerfüllte Kundin in fremden Betten räkelt. Rays Unternehmen boomt – bis ein heißblütiger Jungspund sein Techtelmechtel versehentlich umbringt.

Darunter droht nicht bloß die Firmenreputation zu leiden; plötzlich sieht sich Ray zudem unter Mordverdacht und mit dem Freund der Toten konfrontiert. Daß darüber hinaus ein Auftragskiller seinen Kopf will, erschwert die Situation ebenso wie die Drittgattin besagten Mörders, welche Ray in ihre Laken zerren möchte. Als sich das chaotische Karussell aus Liebe und Tod immer schneller dreht, kann nur noch Lola helfen: Rays blonde Assistentin mit dem Lächeln eines Engels und der Verschlagenheit eines Teufelsweibes ...

Kleine Warnung vorweg: Wer die Inhaltsangabe zum Anlaß nimmt, an einen echten Thriller zu glauben, sollte seine Erwartungshaltung überdenken. Wirklich spannend ist das mörderische Geschehen nämlich selten bis nie, dafür aber oft herrlich gemein und von einigen grandiosen Gags durchtränkt. Positiv kommt hinzu, mit welcher Verve ein ganzes Heer von Stars der B-Klasse in ihren Rollen aufgeht; die gute Synchronisation trägt gleichfalls zum Gelingen bei. Da verzeiht man klaglos, daß die beiden hier am Werk gewesenen Regiedebütanten kaum ihre Wurzeln im Werbebusiness verleugnen können. Heißt: ALIBI schwankt ständig zwischen stilvoll und stylish, fährt ausschließlich zweckmäßige Hochglanzcharaktere ohne Tiefe auf und flieht eine sich langsam entfaltende Handlung. Es geht von Beginn an einzig und allein darum, das große Finale inklusive Zusammentreffen aller handelnden Charaktere vorzubereiten. Für unerwartete Entwicklungen ist da kein Platz.

Erstaunlicherweise machen alle diese potentiellen Kritikpunkte im vorliegenden Fall aber absolut Sinn und darüber hinaus Heidenspaß. Zumal es auch manches zu lernen gibt: "Die sicherste Investition ist ein Grabstein."

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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