Originaltitel: ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE

USA 2006, 88 min
Verleih: Senator

Genre: Teenie, Killer

Darsteller: Amber Heard, Anson Mount, Michael Welch, Aaron Himelstein, Edwin Hodge

Regie: Jonathan Levine

Kinostart: 26.06.08

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All The Boys Love Mandy Lane

Nichts Neues, seit Freitag den 13.

Da sitzen die Teenager, also die, die noch leben, auf der Veranda des Landhauses, in dem sie ein Wochenende mit Sex, Drugs und Rock’n’Roll verbringen wollten. Es ist Nacht, die Sterne leuchten, die Zikaden zirpen. Und man sagt sich: endlich mal Ruhe und Atmosphäre. Endlich mal nicht diese pennälerhafte Ich-mach-Terror-bis- die-Schwarte-kracht-Regie. Und endlich mal keine Kreisch-Schlitz-Röchel-Tonspur, zu Kreisch-Schlitz-Röchel- Bildchen. Keine 30 Sekunden hält Regisseur Jonathan Levine das aus. Dann beendet er die Verschnaufpause, in dem er aus dem Dunkel Leuchtraketen (Was für ein Einfall!) auf die Idylle schießen läßt. Der irre Killer ist zurück. Und das Killen geht weiter. Aber saftig!

ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE ist so ein richtiger Slasher. Brutal und eklig, was langweilig genug ist. Dazu aber auch noch, was es dann wirklich anstrengend macht, mit Kunstwillen. Den erkennt man unter anderem daran, daß Levine sich erst einmal, im Namen der Figurenexponierung, viel Zeit läßt, bevor es ans Metzgern geht. Zeit, die allerdings vor allem dafür genutzt wird, Blondchen Mandy Lane, die (warum, begreift man nicht wirklich) der große, unnahbare Schwarm ihrer männlichen High School-Kommilitonen ist, oft und ausführlich in Weichzeichner oder Gegenlicht über die Leinwand wandeln zu lassen. David Hamilton würde es gefallen. Dazu dudelt Musik und klappern Dialoge.

Das alles ist so überflüssig, wie ein Porno mit Handlung, weil es ausschließlich dazu dient, voyeuristische Lust mit einer kleinen, dämlichen Geduldsübung aufzuheizen. Denn daß Mandy eine Teen-Göttin ist, der mit Blut geopfert wird, ist von vornherein klar. Und so beginnt, als Mandy nebst Clique in besagtem Landhaus ankommt, auch bald das große Schlachten. Und versprochen: Wie in jedem anständigen Porno- äh, Slasher-Film wird da genug geboten, um beim Bierchen ein kumpelhaftes "Boa, geil ey!" rauszurülpsen.

Für die etwas Feinsinnigeren gibt es, als cineastisches Alibi für die kleine Gewaltorgie, noch allerlei formalen Firlefanz. Grobkörnige Bilder, Wackelhandkamera, kurz: den ganzen Plunder des 70er- und 80er-Hardcore-Horrors eben. Was viele wieder, jede Wette, für innovativ und aufregend halten werden. Ist aber letztlich nur kalter Kaffee, leidlich aufgewärmt.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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