Originaltitel: AMERICAN DREAMZ

USA 2006, 107 min
Verleih: UIP

Genre: Komödie, Satire

Darsteller: Hugh Grant, Dennis Quaid, Mandy Moore

Stab:
Regie: Chris Weitz
Drehbuch: Chris Weitz

Kinostart: 15.06.06

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American Dreamz

107 Minuten Ruhm

Man stelle sich vor, es gäbe ein Land, in dem der Präsident keine Zeitung liest, Krieg die Wirtschaft ankurbelt und mehr Menschen bei einer Superstar-Show im Fernsehen abstimmen, als bei der Präsidenten-Wahl. Die Realität liefert manchmal die beste Satire, und so ist manches in AMERICAN DREAMZ zu wahr, um witzig zu sein. Chris Weitz konnte eine hochkarätige Schauspielerriege für seine bissige Komödie gewinnen, die einen Streuschuß in Richtung Talentshows, Erfolgshunger sowie George W. Bush und Schergen abfeuert, mit wechselhafter Trefferzahl.

Martin Tweed ist der König der TV-Quoten. Seine Show AMERICAN DREAMZ präsentiert einem Millionenpublikum Nachwuchstalente, die sich mit Showeinlagen kurzzeitigen Ruhm erarbeiten. Dabei warten die Zuschauer insgeheim auf die Verrisse von Tweed, die auch mal den Haß der Kandidaten schüren. Martin Tweed ist gelangweilt, doch die neue Saison seiner Show dürfte auch für ihn interessant werden. Freaks wollte er, Freaks bekommt er - den aggressiven jüdischen Entertainer Sholem, den singenden Nahost-Flüchtling Omer und die knallhart kalkulierende White-Trash-Sirene Sally. Auf diese hat es der Showmaster besonders abgesehen, denn für den Erfolg würde sie alles tun. Martin Tweed ist in Schwierigkeiten, er weiß es nur noch nicht. Für das Finale seiner Show hat er den US-Präsidenten als Gast-Juror eingeladen und damit unwissentlich Terroristen ins Studio gelockt, die ein Attentat während der Sendung planen.

Sie ist schon arg zusammengeschraubt, die Geschichte vom Präsidenten, der in einer Fernseh-Show auftritt, um sein Ansehen aufzupolieren, von Terroristen, die einen Schläfer aktivieren, der zufällig talentierter Bewerber (Sam Golzari erobert Herzen im Sturm) genau dieser Show ist und mit einer Bombe ausgestattet wird, die als Kaugummi getarnt am Sicherheitspersonal vorbeigeschleust wurde. Irgendwelche Unklarheiten? Hinzu kommt die platte Charade um einen dümmlichen Mr. President. Klar ist das nah am Vorbild, aber will man das auch noch jenseits der Nachrichten sehen?

Treffsicher hingegen wird die wechselseitige Faszination des TV-Zynikers Martin und der Karrieregöre Sally in Szene gesetzt, die in ihrer Niederträchtigkeit zueinander finden. Das ist fast schon romantisch und gehört zu den starken Momenten einer viel zu netten Satire.

[ Roman Klink ]

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