Originaltitel: DALAI LAMA RENAISSANCE - A NEW BIRTH

USA 2007, 81 min
Verleih: Horizon

Genre: Dokumentation

Regie: Khashyar Darvich

Kinostart: 27.11.08

Noch keine Bewertung

Dalai Lama Renaissance

Die glorreichen Vierzig auf Klassenfahrt

Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama rief sie zusammen in seine Exil-Residenz nach Dharamsala: Vierzig, wie es so schön und auch so schön oft gesagt wird, innovative Denker der westlichen Hemisphäre. Die nun sollen unter der Ägide des freundlich-charismatischen Oberbuddhisten, na ja, denken eben. Was dabei gesucht wird, ist nicht weniger als neue (und auch hier sagen wir es noch einmal: innovative) Lösungsvorschläge für die Probleme dieser Welt. Zeit dafür: reichlich fünf Tage.

Fünf Tage Diskussion und Meditation. Fünf Tage ununterbrochenes Fließen gruppendynamischer Energien. Zwischen Quanten- und Kernphysiker, Biologen und Zukunftsforscherin, Umweltaktivistin und Managementtrainer, zwischen Psychologin und Wirtschaftswissenschaftler É Und die Kamera protokolliert fleißig mit. Auch - und das ganz doll offen - allen Streit unter den Beteiligten. Die Mißverständnisse, die Eitelkeiten, die Litaneien des Vergebens und Vergessens - alles gebannt auf Digicam und unterlegt mit dem sonoren Salbadern eines Kommentieronkels (im Original Harrison Ford).

Man fragt sich da schon, was das Ganze soll - zumal tatsächlich nichts geboten wird, was intellektuell Reibung erzeugt, über Gemeinplätze hinausweist. In Khashyar Darvichs Doku sieht man lediglich einen Haufen (und man verzeihe das Polemische; allein es läßt sich kaum vermeiden) esoterisch tendenziell etwas überambitionierter Wissenschaftler, die sich über weite Strecken aufführen wie selbstverliebte Klassenstreber, die ihrem Lieblingslehrer - dem Dalai Lama - hemmungslos in den Allerwertesten kriechen. Nicht, daß das in irgendeiner Art und Weise kritisch kommentiert wird. Nicht, daß da irgendwo dokumentarisch-nüchterne Distanz waltet. Darvichs Film ist ganz offensichtlich einer für die Gemeinde. Und im Ernst: weniger selbstgefällig und aufdringlich als ein Propagandafilm aus Rot-China ist das auch nicht.

Selbstredend sind die verhandelten Inhalte unterschiedlich. Und man glaubt den Vierzig auch absolut ihre hehren Absichten. Allein von der Souveränität, dem buddhistischen Gleichmut und der warmherzigen Zurückhaltung, mit der der Dalai Lama dieses Treffen moderierte, wünscht man nicht nur sich selbst etwas mehr, sondern auch den Anhängern seiner Heiligkeit, die da bei ihm zu Gast waren.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.