D 2017, 95 min
FSK 0
Verleih: Farbfilm

Genre: Dokumentation

Regie: David Sieveking

Kinostart: 13.09.18

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Eingeimpft

Über ein ideologisch umkämpftes Feld

Wenn Sie eine kleine Bombe zünden wollen, dann fangen Sie doch mal inmitten einer Gruppenkonstellation, bei der „idealerweise“ mindestens zwei Paare mit kleineren Kindern anwesend sind, eine Debatte über das Impfen an. Filmemacher David Sieveking, der sich geschickt mit Hut und laxem Jungencharme schon durch seine vorherigen autobiographischen Aufarbeitungen schlängelte, begibt sich auf ganz dünnes Eis, geht er doch ziemlich selbstverständlich davon aus, daß seine frisch geborene Tochter Zaria einfach mal „durchgeimpft“ wird. Seine Freundin Jessica de Rooij, die übrigens auch die Musik für den Film komponierte, sieht die Lage völlig anders. Und so starten nicht nur Sievekings Recherchen über mögliche Risiken und Nebenwirkungen des Impfens, sondern auch die Einblicke in den Alltag von „Neueltern.“

Beziehungskomödie trifft investigativen Dokfilm – diese Mischung macht den Film trotz seines ernsten Themas im höchsten Maße unterhaltsam, zudem bremst Sieveking zum Glück sich oft selbstironisch aus. Denn junges Hipster-Familienglück hat ja auch ein gehöriges Nervpotential. Sievekings größte Leistung ist, daß er durch seine eigene Unbedarftheit dem Thema Impfen gegenüber die ideologische Debatte sprengt und diverse wissenschaftliche Erkenntnisse gegen politisch-wirtschaftliche Interessen setzt. Und damit die essentiellen Fragen auf den Tisch bringt: Warum gibt es keine umfassende Impfaufklärung und nur wenig informative Beipackzettel zu den jeweiligen Impfstoffen? Warum fehlen Langzeitstudien zu den Nebenwirkungen? Und das alles, wo es doch um das Wertvollste geht, was wir haben: Kinder?

Am eindrücklichsten ist wohl Sievekings Begegnung mit dem dänischen Forscher Peter Aaby, der seit Jahrzehnten in Westafrika die Nebenwirkungen der Impfungen dokumentiert. Er konnte positive Nebenwirkungen der Lebend-impfstoffe nachweisen und eindeutig negative Folgen von Impfungen mit sogenannten toten Impfstoffen. Seine Studien will aber keiner auswerten, weder die Weltgesundheitsorganisation noch die Pharmaindustrie.

Sievekings vielfältig eingeholtes Meinungsspektrum öffnet mit seinem leicht gehaltenen und verständlichen Ansatz die Tür zu einer offenen und mit tatsächlicher Information unterfütterten Diskussion, die schon auf der nächsten Feier unter Freunden starten kann. Um sie dann hoffentlich weiter in einen breit aufgestellten politischen Diskurs zu tragen.

[ Susanne Kim ] Susanne mag Filme, in denen nicht viel passiert, man aber trotzdem durch Beobachten alles erfahren kann. Zum Beispiel GREY GARDENS von den Maysles-Brüdern: Mutter Edith und Tochter Edie leben in einem zugewucherten Haus auf Long Island, dazu unzählige Katzen und ein jugendlicher Hausfreund. Edies exzentrische Performances werden Susanne als Bild immer im Kopf bleiben ...

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