Originaltitel: IRON SKY: THE COMING RACE

Finnland/D/Belgien 2018, 93 min
FSK 12
Verleih: Splendid

Genre: Trash, Komödie, Science Fiction

Darsteller: Udo Kier, Julia Dietze, Lara Rossi

Regie: Timo Vuorensola

Kinostart: 21.03.19

Noch keine Bewertung

Iron Sky: The Coming Race

Nazis, Saurier und Udo Kier

20 Jahre ist es her, da hatten auf der dunklen Seite des Mondes dunkle Mächte ihre Bastion. Nazis nämlich, die es freilich auch von diesem friedlichen Erdtrabanten aus schafften, die Erde derart in Schutt und Asche zu legen, daß sich nicht nur die Sache mit der Weltherrschaft erledigt hatte, sondern die Welt als solche gleich mit. Unbewohnbar wurde der blaue Planet nach dem Herrenrassen-Overkill in Form nuklearer Apokalypse. Zwar gelang einem Restbestand Menschheit die Flucht auf die Mondbasis, nur bröckelt der einst rettende Himmelskörper inzwischen selbst an allen Ecken und Enden. Rettung könnte just wieder Mutter Erde bieten. Tief in deren Schoß soll eine verborgene zweite, quasi eine neue schöne Welt im Kellergeschoß der demolierten alten, existieren.

Es gibt Inhaltsangaben, die sind so gaga, die machen schlicht Spaß. Die zu IRON SKY 2 gehört fraglos dazu. So wie auch die Fortsetzung dieser Kino-Trash-Operette intergalaktischen Nazihorrorhumors Spaß macht. Also vorausgesetzt, man sieht das mit dem guten Geschmack nicht allzu eng und hat eine Schwäche für Dialogzeilen wie: „Wo sind die anderen?“ – „Hitler hat sie aufgefressen! Und das war jetzt keine Umschreibung!“

Ja: Der Führer, er lebt! Und nein: Er ist kein Vegetarier mehr. Dafür ein Außerirdischer. Wie auch – wer hätte es gedacht! – all die anderen historischen Persönlichkeiten zweifelhaften Rufs, von Stalin bis Bin Laden, die sich dann hier so im Erdinneren tummeln. Und gegen die sich die ebenfalls anwesenden und ebenfalls recht verfressenen Saurier vergleichsweise harmlos ausnehmen. Wobei dann insgesamt fast schon rührend an IRON SKY 2 ist, wie mit dieser Plot-Setzung der Film in aller Unschuld die Menschheit von ihrem Menschheitsabschaum, ihrer Schuld also, freispricht.

Waren ja alles die sogenannten Vril, die hier, na ja, unmenschlich eben, wüteten. Eine reptilienhafte Intelligenz, deren schönster (ja, schönster!) Vertreter Nazi-Alien Wolfgang Kortzfleisch ist. Den mimt der ja auch schon in IRON SKY Teil 1 launig aufspielende Udo Kier. Und man möchte ob dessen Rollen (es sind derer nämlich zwei) jetzt echt nicht davon reden, daß sie dem Schauspieler auf den Leib geschneidert wären. Und doch trägt der sie so herrlich lässig und sophisticated, daß es diesem spinnerten Film glatt eine gewisse Grandezza verleiht.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

Lesezeichen:

Iron Sky: The Coming Race ab heute im Kino in Leipzig

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.