Originaltitel: JACK REACHER

USA 2012, 130 min
FSK 16
Verleih: Paramount

Genre: Action, Thriller, Literaturverfilmung

Darsteller: Tom Cruise, Rosamund Pike, Robert Duvall, Richard Jenkins, Werner Herzog

Stab:
Regie: Christopher McQuarrie
Drehbuch: Christopher McQuarrie

Kinostart: 03.01.13

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Jack Reacher

Tom Cruise sorgt vor

Das Starsystem in Hollywood schreibt seine ganz eigenen Gesetze und setzt mitunter goldene Casting-Regeln einfach außer Kraft. So und nicht anders ist es zu erklären, daß nun Tom Cruise die in den Crime-Romanen von Autor Lee Child als fast zwei Meter großer, schweigsamer Hüne beschriebene Ermittler-Kampfmaschine Jack Reacher spielt. Wenn man die bittere Pille dieses Besetzungsdesasters zu schlucken bereit ist und sich nicht in jeder Szene vorstellt, was zum Beispiel ein beinharter Mime wie Ron Perlman aus der Rolle gemacht hätte, wie leider beim Rezensenten der Fall, dann kann man sicher sogar Spaß haben an diesem soliden, knochentrockenen Old-School-Actionthriller, der genau das liefert, was der Trailer verspricht: brachiales Genrekino mit Großbudgetbonus.

Jack Reacher, untergetauchter Ex-Militär-polizist, wird in den Fall des ehemaligen Scharfschützen James Barr hineingezogen, der auf einer Einkaufsstraße in Indiana wahllos fünf Menschen erschossen haben soll. Reacher ist zunächst überzeugt, daß Barr schuldig ist, da Reacher Barr vor Jahren für Morde an Zivilisten in Kuwait drankriegen wollte. Bei seinen Ermittlungen stößt Reacher allerdings zunehmend auf Hinweise, die Barr als bloßen Sündenbock vermuten lassen. Auf seiner Suche nach den wahren Drahtziehern des Anschlags gerät Reacher bald mit russischen Gangstern in Konflikt, die weitreichende Verbindungen haben.

Regisseur Christopher McQuarrie, der als Autor und Produzent mit Cruise schon bei OPERATION WALKÜRE zusammenarbeitete, versteht sein Handwerk und festigt mit vielen CGI-freien Stunts und dem weitgehenden Verzicht auf Handkamera und Steadicam den Retro-Trend im Actionkino, den Stallone mit seinen EXPENDABLES-Filmen vorgab. Tom Cruise sicherte sich mit der Rolle Reachers neben seinem MISSION: IMPOSSIBLE-Franchise eine zusätzliche Altersvorsorge, schließlich gibt es mit den bereits jetzt veröffentlichten Romanen genug Material für Dutzende Fortsetzungen, möge hier der erwartete Erfolgsfall eintreten.

Der dem Arthouse-Kino nicht feindlich gesinnte Actionfan darf sich als eine der wenigen Überraschungen des sonst eher überraschungsarmen Streifens über Werner Herzog als gruseliger russischer Oberschurke The Zec freuen. Vielleicht sollte Wim Wenders sich mal ein Beispiel nehmen und statt Smartphone-Werbespots den nächsten Bond-Bösewicht geben. Titelvorschlag: SILBERLOCKE.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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