D 2014, 82 min
FSK 0
Verleih: Farbfilm

Genre: Abenteuer, Kinderfilm

Darsteller: Fritzi Haberlandt, Margarita Broich, Samuel Finzi, Udo Schenk, Rolf Zacher, Benno Fürmann

Regie: Veit Helmer

Kinostart: 06.11.14

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Quatsch und die Nasenbärbande

Feixen, brüllen und bibbern in Bollersdorf

In Zwangsjacken, die bei Filmproduktionen auf der Stange hängen, wird sich Regisseur Veit Helmer nie und nimmernie wohlfühlen. Leider hat man das seinen Filmen für Erwachsene angesehen, seit er mit dem überbordend phantasievollen TUVALU einen Hit für die Ewigkeit landen konnte. Das war 2000. Erst jetzt kann sich Helmer wieder ordentlich freischießen, es gelingt mit einem lupenreinen Kinderfilm.

Wo QUATSCH draufsteht, ist bei Helmer natürlich Quatsch drin. Und mindestens je ein Feuerwehrauto, Traktor, Kran, Müllauto, Betonmischer und eine Lokomotive. So jedenfalls wollte es sein 5jähriger Sohn. Anzunehmen, daß Helmer auch auf seinen Filius gehört hat, als es darum ging, die Eltern zu den Bösen zu machen und dafür Oma und Opa in den Himmel zu heben. Aus dieser cineastenfreundlichen Gemengelage und weiterer knallbunter Ideen erwächst mit QUATSCH UND DIE NASENBÄRBANDE ein überaus launiger, in göttlichen Momenten erzieherisch inkorrekter und allein dadurch selten gewordener Kinderfilm für die Kleinsten unter den Kleinen. Die müssen sich ja zumeist mit austauschbaren Animationen herumschlagen. Hier aber bekommen 4- bis 6jährige ihre eigene Realkinogaudi. Es darf gehörig gefeixt, gebrüllt und gebibbert werden. Solch ein Treiben möcht’ ich seh’n! In den Sälen und in den Betten am Abend danach natürlich auch!

Das Netto heißt Brutto, Jacobs Kaffee Jakopf Kaffee, die Sahne von Bärenmarke Bärenmacke, und Nutella ist blau. Bollersdorf wurde von pfiffigen Konsumforschern auserkoren, um neue Produkte zu testen. Die Bürger dort seien so normal und ganz und gar nicht einzigartig. Da haben die schwäbelnden Forscher die Rechnung ohne die Kinder gemacht! Während sich Mütter und Väter im Testwahn ergehen, basteln Rieke, Max, Lene, Paul, Suse und Ben mit ihren Großeltern – die sie dafür aus dem Altersheim befreien müssen – an eigenen Erfindungen. Den Praxiswert bestimmen sie höchstselbst. Quatsch wäre auch noch da, als echter Nasenbär, doch über den muß hier gar nicht erst geschrieben werden.

Anschlußfehler? Egal! Zu wenig Geld für Computertricks? Nehmen wir eben Modellautos! In diesem manchmal haltlosen Treiben ist alles erlaubt, weil das herzhafte Glucksen der herrlichen kleinen Rabauken echt ist und ungetrimmt. Und das Spiel der namhaften Großen bleibt willentlich hinter ihnen zurück.

[ Andreas Körner ]

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