Originaltitel: LIFE IN MOVEMENT

Australien 2011, 83 min
FSK 0
Verleih: Karin Kaper Film

Genre: Biographie, Dokumentation

Regie: Bryan Mason, Sophie Hyde

Kinostart: 31.10.13

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Tanja – Life In Movement

Ein kurzes Leben für den Tanz

Die Tänzerin und Choreographin Tanja Liedtke war ein reich beschenkter Mensch: Talent, Leidenschaft, Energie, Humor, Charisma, Schönheit, Hingabe, Erfolg. Geboren in Stuttgart, aufgewachsen in Spanien und Großbritannien, dann nach Australien übergesiedelt, war sie eine Weltbürgerin und der aufgehende Stern am Himmel des modernen Tanzes. Als Tänzerin arbeitete sie unter anderem für die angesehene Compagnie „DV8 London Physical Theatre“, daneben entwickelte sie eigene Choreographien, die von Presse und Publikum enthusiastisch aufgenommen wurden. Mit gerade einmal 29 Jahren sollte Tanja Liedtke die künstlerische Leitung der „Sydney Dance Company“ übernehmen, eines der renommiertesten Ensembles für modernen Tanz in Australien. Und dann, kurz vor Amtsantritt, stößt sie auf einem ihrer nächtlichen Spaziergänge mit einem Müllauto zusammen und stirbt.

Die Dokumentation TANJA – LIFE IN MOVEMENT ist eine Hommage an die junge Künstlerin und darüber hinaus eine intime Meditation über Abschied und Neuanfang. Der Film arbeitet nicht chronologisch die Lebensstationen Liedtkes ab, sondern stellt ihre beiden abendfüllenden Choreographien „Twelfth Floor“ und „Construct“ in den Mittelpunkt. Nach ihrem plötzlichen Tod tourt die Compagnie von Tanja Liedtke mit diesen beiden Stücken durch die Welt, buchstäblich eine Abschiedstournee.

Es ist eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten, Liedtkes Werk am Leben zu erhalten, ohne die zentrale Person, die es geschaffen hat. Sichtbar wird dabei der künstlerische Prozeß, in dem die Stücke Abend für Abend aufs Neue entstehen. Gerade für Schreibtischarbeiter ist es faszinierend wie eine Geschichte in Bewegung umgesetzt wird, und wie intensiv sich die Tänzer mit einzelnen Bewegungsabläufen auseinandersetzen müssen, um am Ende ein stimmiges Ergebnis zu erzielen. Unterlegt sind die Tanzstücke mit einem treibenden elektronischen Soundtrack. Der Schnitt des Films greift diesen stakkatoartigen Sound auf. Archivaufnahmen, Interviewsequenzen und Tanzszenen sind ebenfalls mit einem exzellenten Gespür für Rhythmus und Tempo montiert. Arbeit und Persönlichkeit von Tanja Liedtke werden für knapp anderthalb Stunden wieder lebendig.

Ein außergewöhnlicher Film über eine außergewöhnliche Künstlerin, deren Beispiel zeigt, wie essentiell es ist, die eigenen Träume nicht auf die lange Bank zu schieben.

[ Dörthe Gromes ]

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