Label: Cargo Records

Halloween

John Carpenter, Cody Carpenter & Daniel Davies

John Carpenter ist einer der wenigen Regisseure, die auch die Soundtracks zu ihren eigenen Filmen beisteuern. THE FOG, DIE KLAPPERSCHLANGE oder CHRISTINE wären ohne Carpenters Synthesizer-Klänge nicht dieselben Filme geworden. Seit 2001 ist es allerdings ruhig um den Horrorspezialisten geworden. Nun kehrt er – ausschließlich als Komponist – für die HALLOWEEN-Fortsetzung zurück.

Komplexe Kompositionen, tiefgreifende Orchestersätze oder raffinierte Klangcollagen waren nie Carpenters Sache. Seine am Dilettantismus entlangschrammenden Dreiklangstrukturen, Quintparallelen oder Tonartrückungen hinterließen schon des öfteren beim Hörer das Gefühl, einem Scharlatan aufgesessen zu sein. Und doch entwickeln Carpenters musikalische Themen, die in ihrer Schlichtheit mehr Motiv als Melodie sind, eine Kraft, die kaum anders als „hypnotisch“ zu beschreiben ist. Der tickende Wechsel zwischen Quinte und kleiner Sechste, mit dem er die Horrorgestalt Michael Myers erstmals 1978 ankündigte, versetzte eine ganze Kinogeneration in Schockstarre.

Auch im aktuellen HALLOWEEN-Sequel entfaltet das Thema – trotz technoider Upgrades durch Carpenters Sohn Cody – noch immer seine verstörende Wirkung. Was vom übrigen Score nicht behauptet werden kann. Das elektronische Dröhnen und Pochen und die gelegentlichen „Stinger“ sind ermüdend und stumpfsinnig. Schade.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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