Originaltitel: CARAVAGGIO

GB 1986, 93 min
Label: Salzgeber

Genre: Drama, Schwul-Lesbisch, Biographie

Darsteller: Nigel Terry, Sean Bean, Tilda Swinton

Regie: Derek Jarman

Caravaggio

Als Klassiker des europäischen Kunstfilms darf diese im besten Sinne zeitlose und im aufregendsten Sinne innovative Filmbiographie vor allem deshalb gelten, weil sich hier zwei große Künstler auf Augenhöhe begegnen. Unter den Händen des 1994 an AIDS verstorbenen Regisseurs (und Malers) Derek Jarman werden Leben, Sterben und Bilder des Malers Caravaggio selbst wieder Material. Das Sterbebett des Renaissance-Genies ist Ausgangspunkt für einen assoziativen Szenenreigen, der bis in Ausleuchtung und Farben hinein dessen Werke zitiert, aber auch immer kreativ stört. In die fragmentarische Filmerzählung einer Vielecksgeschichte zwischen Maler, Kirchenvätern, Hurensöhnen und leichten Mädchen mogelt Jarman anachronistische Requisiten: Flugzeuggeräusche auf der Ton-, Taschenrechner auf der Bildspur.

Damit entwickelt er filmische, bildliche Quergedanken über einen Mann, der Kind seiner Zeit war und sie zugleich in jeder Hinsicht überforderte. Für beides steht auch der Brite Jarman, der mit dieser selbstbewußten Antwort auf biographische wie ästhetische Fragen ein künstlerisches Vorbild schuf, an dem es sich zu messen gilt. Und zwar bis heute.

[ Sylvia Görke ]

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