Originaltitel: 300

USA 2007, 116 min
FSK 16
Verleih: Warner

Genre: Action, Fantasy, Historie

Darsteller: Gerard Butler, Dominic West, David Wenham

Regie: Zack Snyder

Kinostart: 05.04.07

2 Bewertungen

300

Ein wahrhaft monströses Historienspektakel

Spartaner waren Kämpfer, die Zierde des griechischen Volkes. Wer als Baby schwächelte, wurde getötet. Die Übrigen wurden trainiert und auf den Kriegseinsatz vorbereitet. Als eine persische Übermacht droht, Griechenland zu unterwerfen, schart der Spartanerkönig Leonidas um sich 300 treue Soldaten und nimmt gegen den Willen seiner Regierung den Kampf auf. Ein Engpaß in den Bergen wurde ihre Zuflucht, ihr Vorteil in einer beispiellosen Schlacht.

Das Filmmonster gleicht einer Generalmobilmachung gegen Sinn und Sinne, schont weder Gehörgänge noch Sehvermögen und übertönt sogar jene selbst ernannten Verteidiger, die das Gemetzel ob seiner Treue zur Vorlage preisen. Eine schwache Ausrede. Die Geschichte ist weder neu noch originell. Schon in der Antike erzählte man sich von einer legendären Schlacht im Gebirgspaß der Thermopylen. 300 Spartaner stellten sich persischen Millionen entgegen und hielten die drohende Eroberung Griechenlands auf. Für seine "Graphic Novel", also ein Comic für Erwachsene, griff Frank Miller diese heroische Legende auf und verwandelte sie in eine historische Schlachteplatte. Die vielbeschworene Komplexität erschöpft sich in politischen Sprechblasen. An entscheidenden Stellen sind die Wendungen platt wie die Blätter eines Comics, beispielsweise wenn Leonidas bangt "Hoffentlich verrät niemand den Persern unseren geheimen Pfad durch die Berge."

Natürlich hört der Feind mit, und natürlich wird dieser Pfad zum Verhängnis. Also wirklich, etwas Hirnaktivität kann man beim Publikum voraussetzen, zumal dieses volljährig sein dürfte, in Anbetracht der brutalen Detailfreude in den Kampfszenen. In Zeitlupe werden Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt, bis auch der letzte Zuschauer Würgereize empfindet. Trotzdem wird unermüdlich die Heldenhaftigkeit eines Kämpfertods beschworen. Und genau jetzt wird es schwierig, das Schutzschild der Unterhaltung taugt nichts mehr. Da mögen die artifiziellen Bilder noch so faszinieren, aber man kann anno 2007 keine Kriegsgetümmel heraufbeschwören, ohne sich zu positionieren.

Zumal Zack Snyder sich erdreistet, die Gegner des griechischen Heeres, Araber wohlgemerkt, ausnahmslos als degenerierte Mutanten und Wilde zu zeichnen. Das erklärt vielleicht den Erfolg in den US-Kinos, für europäisches Empfinden ist das wenig erhellend.

[ Roman Klink ]

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