Originaltitel: 3 DAYS TO KILL

F/USA 2014, 116 min
FSK 12
Verleih: Universum

Genre: Drama, Thriller, Komödie

Darsteller: Kevin Costner, Amber Heard, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen

Regie: McG

Kinostart: 08.05.14

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3 Days To Kill

Vom falschen Ton und mißglückten Spagat

Sein Leben verbrachte Agent Ethan Renner im Kampf gegen die Schurken dieser Welt, von denen dabei so einige auf der Strecke blieben. Was allerdings auch für Ethans Familienleben gilt. Die Ehe ist so kaputt wie das Verhältnis zur Tochter. Ein privater Kollateralschaden, entstanden beim Krieg gegen den Terror. Den der Mann dann auch zunehmend müde ist. Und es ist vielleicht das Reizvollste an 3 DAYS TO KILL, wie Kevin Costner diese Müdigkeit ausspielt. Eben noch hellwach und rabiat beim Killen der Schurken, ein routinierter Handwerker des Tötens, ist er im nächsten Moment ein alter Kerl mit schlurfendem Gang und erschöpftem Blick. Zeit, sich zur Ruhe zu setzen, denkt sich Ethan und erfährt just in diesem Moment, daß er an einer tödlichen Krankheit leidet. Die letzten Lebenswochen gilt es zu nutzen: Mit der Reparatur besagter Kollateralschäden.

Wie so oft: Die Exposition hat ihren Reiz. 3 DAYS TO KILL eröffnet mit einem zerfurchten Charakter, der dazu auch das passend zerfurchte Gesicht hat. Das fügt sich perfekt zur Action der guten, alten, eben dem Helden entsprechenden Art: handgemacht, ruppig, physisch, ohne CGI-Schnickschnack. Da ist Regisseur McG zweifellos ein Könner. Um aber gleich zu dem zu kommen, was er nicht kann: Den Spagat zwischen Thriller, Drama und dann auch noch Komödie, welchen ihm ein Drehbuch aufzwängt (am Skript werkelte maßgeblich Produzent Luc Besson herum), das diesen Spagat selbst auch schon nicht hinkriegt.

Da bricht Ethan also nach Paris auf, zu Ex-Frau und Teenager-Tochter. Die darüber erst mal nicht sonderlich erfreut sind. Das mit seiner Krankheit behält der hehre Recke beim wohl lustig gemeinten, täppisch hilflosen Umgang mit dem Töchterchen erst mal für sich. Nicht das einzige Geheimnis, das er wahren muß, hat er doch bald eine exaltierte Agentin am Hals, die Ethan für einen letzten Auftrag aktiviert. Einen Auftrag, den er einfach nicht ablehnen kann: Winkt doch als Belohnung ein Medikament, das Ethan vielleicht das Leben retten könnte.

3 DAYS TO KILL gehört zu jenen Filmen, bei denen man ständig spürt, wohin die Macher damit wollten, und bei denen man eben auch sieht, warum sie dort nicht ankamen. Weil man den Ton nicht findet, den Rhythmus in Lässigkeit. Dem Film geht es somit wie seinem Helden: Jenseits der Action schlurft er etwas müde vor sich hin. Ist kein Desaster, aber für die Spannung durchaus ein Kollateralschaden.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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