Originaltitel: 7 ANGRY GODDESSES

Indien/D 2015, 104 min
FSK 12
Verleih: NFP

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Sarah-Jane Dias, Anushka Manchanda, Pavleen Gujral

Regie: Pan Nalin

Kinostart: 16.06.16

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7 Göttinnen

Indien – einmal weiblich und zurück!

Dieser Film muß von einer Frau stammen! Stammt er aber nicht! Der Inder Pan Nalin gesellt sich einfach zu den „frauenverstehenden“ Regisseuren dieser Welt. Eine Riege, die natürlich vom Spanier Pedro Almodóvar angeführt wird. Mit 7 GÖTTINNEN läuft Nalin jedoch auf sehr eigenen Wegen.

Als Drama/Komödie/Studie ist das Werk von (über-)mächtiger Symbolkraft. Es macht keine entscheidenden Meter in der Tiefe, sondern durch Genreberührungen und -vernetzungen, durch exemplarische Frauenfiguren, ihre Darstellerinnen sowie Gesellschaftsbeschreibungen. Daß eine überdeutliche Ode daraus wird, ist natürlich kein Zufall. Ebenso nicht, daß Pan Nalin im ambitionierten Versuch, das subkontinentale Ausmaß Indiens zu erfassen, nur einen Teilerfolg erzielen kann. Mit seinem wenig geschärften Fokus war 7 GÖTTINNEN dort und auf internationalen Festivals ein immenser Erfolg. Trotz oder wegen?

15 typisch indische und weibliche Charaktereigenschaften hätten auf einer Liste gestanden, die dem Drehteam als Grundlage diente. Sagt der Regisseur. Auf einer anderen Liste standen mutmaßlich ebenso viele Typisierungen des indischen Systems, die in den Film unbedingt hinein mußten. Da kommt Bollywood-Kritik als Seitenhieb genauso vor wie alltägliche Massenvergewaltigung. Da gibt es gelebte Tradition und Verweigerung, wird gesungen und getanzt, geweint und gebrüllt, geherzt und gestritten. Da sind die wenigen Männer klare Karikaturen der Macht oder doch nur Objekte naturbelassener Begierde. Und über allem dominieren sieben schöne Frauen und ein Kind, das die achte Göttin werden soll, wenn es soweit ist.

Anfangs ist Gefahr im Verzug, das alles könnte nur eine plärrige Zote werden. Bis sich ziemlich beste Freundinnen im Haus der einen eingefunden haben, um bei ihr eine überraschende Hochzeit ohne Bräutigam zu feiern, vergeht Zeit. Bis zum ersten Mal, da bitterer Ernst den infantilen Spaß durchdringt, geht es etwas schneller. Allein der soziale Hintergrund der Frauen sorgt dafür: eine resolute Geschäftsfrau ist dabei und eine Umweltaktivistin, eine erfolgreiche Fotografin, eine nicht so erfolgreiche Sängerin, eine Schauspielerin, ein Hausmädchen, eine Hausfrau. Jede steht für jede Menge unerfüllte Träume, für Küchenphilosophien, aber auch für Wut und am Ende sogar Rache.

7 GÖTTINNEN sucht seinen Ton nicht. In einem wild wuchernden Mix ist er gesetzt.

[ Andreas Körner ]

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