Originaltitel: ABOUT TIME

GB 2013, 124 min
FSK 0
Verleih: Universal

Genre: Romantik, Komödie, Science Fiction

Darsteller: Domhnall Gleeson, Rachel McAdams, Bill Nighy

Stab:
Regie: Richard Curtis
Drehbuch: Richard Curtis

Kinostart: 17.10.13

1 Bewertung

Alles eine Frage der Zeit

Carpe diem und küß Mary!

Wenn es einer kann, dieses Tänzeln zwischen herzerweichender Tragik und rotzfrecher Komik, dann er: Richard Curtis. Er schrieb die Vorlagen zu fulminanten Kinoerfolgen wie NOTTING HILL und VIER HOCHZEITEN UND EIN TODESFALL, dies ist nun bereits seine dritte, bravourös gelungene Regiearbeit! Dabei birgt die Geschichte durchaus Kopfschüttelndes, denn es geht um Zeitreisen. Ja, trotzdem weiterlesen und ins Kino gehen, denn: Phantasie ist seit jeher eine der Ingredienzen der schönsten Kunst.

Doch im Detail: Tim ist nicht gerade das, was man einen Womanizer nennen würde. Zu schlaksig, zu schüchtern, zu rothaarig. Da kommt der Silvesterabend gerade richtig, als sein Vater ihn zu sich bittet: „Tim, mein lieber Sohn ...!“ Da weiß man schon, jetzt kommt’s dicke. Dem Sohnemann wird vermittelt, daß es den Männern in der Familie zu eigen ist, in der Zeit zurückzureisen, um Dinge geradezubiegen. Tim staunt aus großen Augen, tut aber bald, wie sein Vater es im empfohlen hat: in den Schrank gehen, Augen zu, Fäuste ballen ... Los geht’s!

Herrlich, auf derart kindischen Hokuspokus muß man in der heutigen Zeit erst einmal kommen! Letztendlich ist die Idee aber eine größere, als im Gestern herumzufuhrwerken. Das wird klar, als Tim dem Vater seinen größten Wunsch verrät: eine Freundin finden. Weil wir im Kino sind, weil erwachsene Menschen zählen können, sei dies schon mal verraten – das klappt! Doch es geht um noch mehr in diesem charmanten, anrührenden und schwerromantischen Film, der mit lässig-frivolen Dialogen aufwartet und mit Lust jedweden Fettnäpfen frönt. Es geht darum, was man aus seinem Leben so macht. Tims Vater beispielsweise nutzte die wiedergewonnene Zeit, um wichtige Bücher nochmals zu lesen, Tim bessert seinen vermasselten Start mit Mary aus.

Mit derart geerdeten Ansätzen enttarnt Curtis all jene Weltverbesserer, die immer glauben, das Leben müsse doch einen höheren Sinn haben, sie suchen und suchen, gehen in ihrer Sinnsuchsucht anderen auf den Keks, wobei selbst für den legendären Blinden mit Krückstock erkennbar ist: Es gibt diesen tieferen Sinn nicht. Seid da, erfreut euch, wem es liegt, der vermehre sich, nutzt die Zeit und verbummelt davon auch ein wenig! Das könnte die Aussage sein. Und die ist insofern schon wieder kühn, als daß heute alles auf Leistung, Mehrwert und Nutzeffekt gebürstet ist. Eine reine Wohltat also, sich für zwei Stunden an die Seite Tims und seiner sympathischen, herrlich unkonventionellen Familie zu stellen.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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