Originaltitel: SE TIL VENTSRE, DER ER EN SVENSKER

DK 2003, 90 min
Verleih: Senator

Genre: Tragikomödie, Liebe

Darsteller: Sidse Babett Knudsen, Björn Kjellman, Lotte Andersen, S¿ren Byder

Stab:
Regie: Natasha Arthy
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson

Kinostart: 13.05.04

Noch keine Bewertung

Alt, neu, geliehen & blau

Lügen, Geheimnisse und eine Braut in Not

"Sie war schon immer etwas eigenartig." So knapp und treffend beschreibt Katrine ihre große Schwester Mette, die in einer Anstalt lebt, seit ihr Freund sie ohne ersichtlichen Grund verließ. Mette hört Musik, wartet auf Nachrichten vom verschwundenen Liebsten und nennt Katrine störrisch Ingeborg. Katrine kann ihr nicht sagen, daß sie selbst eine Liebe gefunden hat und heiraten wird, unmöglich. Sie kann ihr nur einen neuen Walkman versprechen und schnell wieder zu den Hochzeitsvorbereitungen verschwinden. Zuhause ein lächelnder Bräutigam in einer lächelnden Wohnung und schließlich unerwarteter Besuch: Thomsen, Mettes verflossener Freund, ist aus Afrika zurück. Natürlich werden die Hochzeitsgäste später unverrichteter Dinge aus der schmucken Kirche abziehen, denn mit Thomsen betritt auch das Chaos die Bühne.

Die komischen, tragischen und neckischen Verwicklungen, die Natasha Arthys Dogma-Variante einer Liebeskomödie bis dahin überwinden muß, könnte man wohlwollend unvorhersehbar nennen und ihren Drehbuchautor Kim Fupz Aakeson dafür loben. Doch das Haken schlagen entlang des alten Hochzeitsbrauches läßt bei aller fröhlichen Turbulenz so manches Motiv für die Handlungen der Figuren vermissen - ein wenig Durcheinander, wie im Kopf der verwirrten Braut. Mit Thomsen jagt sie durch die Stadt, ein alter Hund wird mitgenommen, Katerine bekommt eine neue Frisur, am Ende werden sie sich Mette aus der Anstalt leihen und darauf warten, daß die Wirkung der blauen Pillen langsam wieder abklingt.

Auch Nr. 32 der dänischen Dogma-Reihe verhandelt mit Handkamera und in natürlichem Licht Großes und Kleines im selben Atemzug: Thomsen hat den Aids-Virus, Katerine lügt und die Brautjungfern betrinken sich, Schwesternkonkurrenz, Vorwürfe und eine fast vergessene Liebe. Aber gerade das Kleine gerät der Regisseurin hier bisweilen zur kleinlichen Beschwörung eines Filmmanifests, mit dem man ganz Großes wieder erfahrbar machen wollte.

So begnügt sich Arthy mit ein paar wirklich hübschen Einfällen (Mettes Walkman vermag, Musiker zu materialisieren), hinterläßt jedoch insgesamt nur ein unentschiedenes Farbgefühl von schillerndem Beige. Für die furchtbare deutsche Synchron-Fassung kann sie hingegen nichts.

[ Sylvia Görke ]

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