Originaltitel: ODISHON

J 1999, 115 min
Verleih: REM

Genre: Thriller, Horror

Darsteller: Ryo Ishibashi, Eihe Shiina, Renji Ishibashi

Regie: Takashi Miike

Kinostart: 01.03.01

Noch keine Bewertung

Audition

Japanischer Thriller für Hartgesottene

Vor dem Besuch dieses Films sollte man sich unbedingt auf einiges gefaßt machen. Im Gegensatz zu leichter Kost verlangt Regisseur Takashi Miike dem Publikum nämlich «ne Menge ab. Obwohl AUDITION keine neuen Themen aufgreift, ist das Geschehen auf der Leinwand so intensiv und spannend, daß es alle Aufmerksamkeit und mentale Stärke fordert.

Vor sieben Jahren starb Ryoko, die Frau des Geschäftsmannes Aoyama. Erst auf das Drängen seines Sohnes hin, kann er sich durchringen, eine neue Frau zu suchen. Ein befreundeter TV-Produzent hat schließlich die Idee, ein Casting durchzuführen. Auch wenn kein sicheres Filmprojekt dahinter steht, könnte sich der kontaktarme Geschäftsmann so viele geeignete Kandidaten ansehen und seine Auswahl treffen. Bereits in der Vorselektion für diese "Audition" ist Aoyama von der filigranen und scheuen Asami fasziniert. Entgegen den Empfehlungen seines Freundes kontaktiert er sie nach dem Casting und arrangiert ein Treffen. Auch als sich herausstellt, daß einige Details aus Asamis Bewerbung unwahr sind und es keine Bekannten der rätselhaften Frau gibt, hält Aoyama an ihr fest. So verstrickt er sich immer tiefer in ein Netz aus Liebe und Lüge - das in einem furiosen Alptraum endet.

Hört sich der Plot nach einem durchschnittlichen Beziehungsthriller an, so kann die Stimmung des Films bereits in den ersten Minuten fesseln. Typisch japanische Ästhetik wechselt mit westlichen Einflüssen. Doch im Hintergrund baut sich unabhängig davon eine immer stärker werdende Spannung auf. Zwar ahnt der Zuschauer, daß mit Asami etwas nicht stimmt - doch wenn sie sich offenbart, gleicht der Film einer echten Höllenversion. Nichts ist mehr von der spießigen und verbohrten Umgebung des modernen Japan zu merken, und AUDITION verwandelt sich in den letzten zwanzig Minuten in einen audiovisuellen Horrortrip voller Blut, Qual und krankhafter Eifersucht, dem der Zuschauer nicht mehr entkommen kann.

[ Jan Berger ]

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