Originaltitel: THE BUTLER

USA 2013, 130 min
FSK 12
Verleih: Prokino

Genre: Biographie, Drama, Historie

Darsteller: Forest Whitaker, Oprah Winfrey, John Cusack, Robin Williams, Lenny Kravitz, Terrence Howard, James Marsden, Jane Fonda, Cuba Gooding Jr.

Regie: Lee Daniels

Kinostart: 10.10.13

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Der Butler

Eine aufpolierte Geschichtsstunde

Gibt es US-amerikanische Filme, die so sehr US-amerikanisch sind, daß sie vermutlich vor allem in den USA richtig funktionieren können? Natürlich gibt es die! Auch der hoch gelobte DER BUTLER gehört dazu. Im Einspiel marschierte das Biopic schon nach drei Wochen auf die magische 100-Millionen-Dollar-Schwelle zu, was überhaupt nicht verwundert. Regisseur Lee Daniels macht dem Heimatzuschauer alles recht, reizt mit einer edel besetzten Schauspielerriege noch die letzte urtypische Rührung des Durchschnittsamerikaners, macht ihn stolz und nachdenklich, stattet ihn mit Halbwissen aus und fegt durch brisante Jahrzehnte politisch-gesellschaftlicher Positionierung. Was der altkontinentale Betrachter davon hat? Drei Schulstunden langes Nachsitzen ist ihm schon mal sicher.

Cecil Gaines war länger im Weißen Haus, als es je ein Präsident schaffen wird. Selbst seine weißen Kollegen gleichen oder höheren Ranges hat der Schwarze hinter sich gelassen. Von 1957 bis 1986 war er der Butler im Oval Office. Acht ersten Männern im Staate servierte er Tee und versuchte, sie wunschlos glücklich zu machen. Im Raum zu sein, ohne daß man ihn spürt, war sein angelerntes Credo. Als Obama gewählt wurde, sah er es mit Tränen in den Augen – am TV.

Im Film heißt Cecil Gaines dann Eugene Allen, sein Leben wird zur freien Dramaturgie, damit ja auch alles paßt. Baumwollplantage, Rassenhaß, „Aufstieg“ zum Hausdiener, Heirat, Kinder, Konflikte, dann die Anstellung am Puls der Macht mit jeder Menge Geschichtchen drumherum. DER BUTLER will sie alle erzählen, will sie hübsch korrekt, schwer kalkuliert und wahnsinnig seicht ums Mäulchen schmieren, auf daß die Einfalt nicht den Pinsel, sondern den Schrubber schwingt. Vor allem im offensichtlichen Vater-Sohn-Konflikt – Jugend hat Aufruhr in den Augen – sabbert die pädagogische Botschaft nach draußen. Nein, Mister Daniels, das ist nicht, wie Sie meinen, der „ ... schwarze FORREST GUMP“. So gar nicht!

Auch die Präsidenten, beginnend mit Eisenhower, verharren in sattsam bekannten Typisierungen. Kennedy war eben der Warmherzige, Nixon der Schlawiner, und mit Ronald Reagan (von Alan Rickman wirklich keß gespielt) ist noch immer gut scherzen. Vollends reizlos ist das in den besten Momenten sicher nicht, manchmal zuckt sogar etwas Anrührendes auf, doch im Mühen und Würgen verflacht es schnell wieder in aufpolierter Langeweile.

[ Andreas Körner ]

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