Originaltitel: I DON’T KNOW HOW SHE DOES IT

USA 2011, 89 min
FSK 6
Verleih: Wild Bunch

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Sarah Jessica Parker, Pierce Brosnan, Greg Kinnear

Regie: Douglas McGrath

Kinostart: 17.11.11

Noch keine Bewertung

Der ganz normale Wahnsinn

Schöne neue Werbewelt

Im neuen Film mit SEX AND THE CITY-Star Sarah Jessica Parker geht es ums Glücklichsein. Abgearbeitet wird die Frage, was das ist, dieses Glück, an der ganz normalen Fondsmanagerin Kate Reddy. Eine Frau mit zwei Kindern, die versucht, den Wahnsinn aus Arbeit und Familie unter einen hübschen Hut zu kriegen. Leichtfüßig, chaotisch, aber immer sympathisch und vor allem perfekt gekleidet, lächelt sie sich durch die kleinen und großen Schwierigkeiten, die ein solches Leben in der oberen Gesellschaftsschicht so mit sich bringt und bleibt am Ende, natürlich, auch noch moralisch integer.

Kate Reddy ist eine moderne Ikone, ein Idol zum Aufschauen. Makellos in allen Belangen führt sie das perfekte Leben einer Werbefigur. Wie ihre Darstellerin, die zum wiederholten Male nur eine Version der Carrie Bradshaw darzustellen vermag, scheint sie einer anderen Welt zu entstammen, einer Welt, in der es keine Probleme gibt, in der immer alles frisch, mobil, kalorienarm und vor allem lockerleicht zu sein scheint. Der Film zeigt keine reale Welt und auch keine filmisch erdachte, er ist die Kopie einer Überrealität. Die schöne neue Welt der Werbung.

Wie beim Blättern in einem Katalog trägt die Hauptdarstellerin in jeder Szene ein neues Outfit zur Schau. Kommt sie nach einem stressigen Tag nach Hause, hat man das Gefühl, auf der Couch der Danone-Familie zu sitzen. Nichts in diesem Film ist echt, weder die Menschen, noch die Gefühle, nicht mal der Schnee. Nun kann man sagen, daß im Film per se nichts echt ist. Das Problem bei I DON’T KNOW HOW SHE DOES IT, wie der Streifen im Original heißt, ist, daß er uns einen Alltag vorgaukelt, ein So-soll-es-sein. Alle tun ganz natürlich, was durch fake-dokumentarische Einsprengsel, in denen die handelnden Personen interviewt werden, noch unterstützt wird. Eben wie in der Werbung, die uns auch versucht vorzumachen, sie wäre das echte, das erstrebenswerte Leben.

Aufs Einfachste heruntergebrochen ist der Film nicht mal unterhaltsam. Die Geschichte ist vorhersehbar, die Dialoge sind nicht witzig, die Darsteller dafür schlecht. Kurzum, Zeit und Geld sind besser investiert in einen Film von Billy Wilder, wo Tempo und Sprachwitz noch mit filmischem Einfallsreichtum kombiniert wurden. Oder in einen der besseren Claude-Chabrol-Filme, in denen die Oberschicht aus Langeweile oder Überdruß wenigstens noch zu morden beginnt.

[ Marcel Ahrenholz ] Marcel mag Filme, die sich nicht blind an Regeln halten und mit Leidenschaft zum Medium hergestellt werden. Zu seinen großen Helden zählen deshalb vor allem Ingmar Bergman, Andrej Tarkowskij, Michelangelo Antonioni, Claude Sautet, Krzysztof Kieslowski, Alain Resnais. Aber auch Bela Tarr, Theo Angelopoulos, Darren Aronofsky, Francois Ozon, Jim Jarmusch, Christopher Nolan, Jonathan Glazer, Jane Campion, Gus van Sant und A.G. Innaritu. Und, er findet Chaplin genauso gut wie Keaton ...

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