Originaltitel: THE BOUNTY HUNTER

USA 2010, 110 min
FSK 12
Verleih: Sony

Genre: Romantik, Krimi

Darsteller: Gerard Butler, Jennifer Aniston

Regie: Andy Tennant

Kinostart: 01.04.10

5 Bewertungen

Der Kautions-Cop

Wenn Retro weh tut

Milo und Nicole sind frisch geschieden, und wie das in diesem Stadium einer Beziehung so ist, nicht besonders gut aufeinander zu sprechen. Milo hat in Folge seiner von Jim Beam gestützten Trennungsbewältigung auch noch seinen Job bei der Polizei verloren und verdingt sich nun notgedrungen als Kopfgeldjäger. Und wie es der Zufall so will, ist es Milos neuer Auftrag, seine Ex einzufangen. Die hat nämlich gerade einen Gerichtstermin sausen lassen. Natürlich ohne jede Böswilligkeit, sondern nur, weil sie als ehrgeizige Reporterin gerade an einem heißen Fall dran ist. Milo interessiert sich zunächst wenig für die Gründe seiner Ex-Frau, der Justiz ein Schnippchen zu schlagen, doch muß schnell begreifen lernen, daß seine Verflossene auf etwas gestoßen ist. Das Paar gerät nämlich bald in die Schuß-linie mafiöser Gestalten und muß nun wohl oder übel Zusammenhalt beweisen.

Das hört sich alles sicher gar nicht so unspannend an, und mit etwas Witz und Würze an den richtigen Stellen hätte man aus der mediokren Story sicher etwas machen können. Regisseur Andy Tennant kann man ohne Übertreibung als Genre-Spezi bezeichnen, der mit RomCom-Hits wie HITCH – DER DATE DOKTOR, SWEET HOME ALABAMA oder dem recht charmanten FOOLS RUSH IN den Beweis für sein Händchen fürs Romantische zumindest an der Kinokasse erbracht hat. Was er mit DER KAUTIONSCOP aber abliefert, dürfte selbst den geneigten Anhänger soliden Comedy-Handwerks wütend machen, so lieblos und uninspiriert wird einem hier Altbackenes in der Hollywoodschen Mikrowelle auf lauwarm gestrahlt. Vielleicht hätte man sich jene RomCom-Action-Komödien der 80er wie EIN VOGEL AUF DEM DRAHTSEIL, in deren Tradition sich der Film wohl verstehen möchte, noch mal etwas genauer ansehen sollen, denn bei allen Schwachpunkten hatten diese in den meisten Fällen noch so etwas wie liebenswerte Hauptfiguren und Wortgefechte, die humoristisch ab und zu ins Schwarze trafen.

Man weiß nicht so recht, welcher Erzählstrang nun eigentlich das Behelfsmittel für den anderen sein soll: Die seichte „Ich gewinn sie zurück“-Lovestory oder der fade Krimiplot, der zu keinem Zeitpunkt Spannung aufkommen läßt. Da paßt sogar ausnahmsweise mal der bescheuerte deutsche Titel, denn das Niveau dieses Übersetzungsmurkses wird vom Film selbst nie überschritten.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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