Originaltitel: DINOSAURS ALIVE

USA 2007, 40 min
FSK 0
Verleih: Fantasia

Genre: Dokumentation, Animation

Regie: David Clark, Bayley Silleck

Kinostart: 30.07.09

Noch keine Bewertung

Dinosaurier Live! 3D

Mit Brille im Trias

Knackige 40 Minuten, mit markigem Kommentar und spektakulären Bildern. So könnte man werbewirksam DINOSAURIER LIVE! 3D zusammenfassen. Kurz und gut, gewissermaßen.

Und man will ja auch nicht immer nörgeln. Tatsächlich nämlich gibt es in diesem Doku-Vehikel für einen Film in 3D dies und das zu lernen. Nicht nur über die Riesenechsen, die vom Trias übers Jura bis in die Kreidezeit die Krone der Schöpfung auf dieser unserer Erde darstellten. Auch die Arbeit der Paläontologen – eines der wenigen Fremdwörter, die man seit JURASSIC PARK ja niemandem mehr erklären muß – wird da mit einem wissensfördernden Blick betrachtet. Hinzu kommen exotische Orte, angefangen von der Wüste Gobi bis in die Einöde New Mexicos und – das Salz in der Suppe – actionreiche Szenen aus besagten Echsen-Zeitaltern.

Das Problem ist dabei vielleicht ein Generelles: Irgendwie ist dann das, was man diesbezüglich letztendlich auf der Leinwand geboten bekommt, nie so spektakulär, wie man es sich wünscht. Klar, das macht Spaß, wenn ein mit fleischermessergroßen Zähnen bewehrter Tarbosaurus nach einem zu schnappen scheint, oder ein gütig dahinstapfender Seismosaurus aus rund zwanzig Meter Körperhöhe imposant in die Pampa kackt. Aber letztlich sind das alles Dinge, die doch immer noch ganz schön nach Rummelplatz-Attraktion riechen, nach Erlebnispark im Kinosessel, nach goldigem Geisterbahn-Erschrecken. Was nicht geringschätzend gemeint ist.

Gerade die Kids dürften sich bei derlei amüsieren wie Bolle, auch wenn man mit Blick auf diesen DINOSAURIER LIVE! 3D schon sagen muß – ohne zu nörgeln – daß da auch an Effekten und Bildfindungen mehr drin gewesen wäre. Indes bleibt es beim alten Stand der Dinge bezüglich des 3D-Events: Die Zukunft des Kinos, die ganz Euphorische darin verorten, ist das nach wie vor nicht. Und sie zeichnet sich dort auch nicht ab.

Bei allem Spektakel, allem Entertainment und aller Seichtigkeit, die ja generell das Kino im Gros so unters Volk streut, ist und bleibt Film vor allem eine Erzähl- und im besten Falle eine Kunstform. Und zwar die aufregendste, die es gibt. Solang Produktionen in 3D dem keine Rechnung tragen, werden sie bleiben, was sie sind: lärmende Rummelplatzexoten, die man gerne mal frequentiert, aber die auch schnell nerven. Effekte alleine laufen sich tot. Man gewöhnt sich halt dran. Und was dann vom 3D-Kintopp noch bleibt, sind alberne Brillen auf Zuschauernasen.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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