Originaltitel: OUT COLD

USA 2001, 89 min
Verleih: Constantin

Genre: Teenie, Action

Darsteller: Jason London, Lee Majors, Willie Garson

Regie: Brandon Malloy, Emmett Malloy

Kinostart: 03.01.02

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Eis Kalt

Mit Snowboarder-Teen-Klamotte auf Talfahrt

... zarter Neuschnee bedeckte den Bull Mountain, der Himmel funkelte in eisigem Blau, und die Baumwipfel sahen aus wie eingezuckert. Mit Donnern tat sich plötzlich ein Riß in der Winterwelt auf, und mit unbarmherziger Wucht ließ die Zeit-Brücke zu einer furchtbaren Vergangenheit die Ruhe zersplittern. Über diese Brücke kamen eine Schar mäßig wilder Teenager, ein Regisseursduo und Lee Majors, wild entschlossen, die Klamotten der 80er Jahre wieder aufleben zu lassen und die Erde für kultivierte Menschen unwirtlich zu machen. Der grimmige Plan: mit Hilfe schwachsinniger Filme soll aller Menschen Gehirnmasse in kleine grüne Kügelchen verwandelt werden ... Wäre es doch nur ein Märchen!

Mit EIS KALT wird der Verdummungsplan traurige Kinorealität. Im Kielwasser diverser Teenie-Klamotten schwimmend, verlegt man das armselige Geschehen nun in schneebedeckte Höhen. Eine Handvoll unterdurchschnittlich sympathischer Jungmimen bemüht sich um den Erhalt eines alten Skiressorts. Es soll einem Mega-Abfahrt-Paradies weichen. Viel Platz für wenige, sparsam verstreute Scherze, die kaum als solche erkennbar sind. Und ebenso wenig Abfahrt-Action. Natürlich wird man spätestens im Abspann einen Schmunzler nicht verdrücken können, wenn Snowboarder stolpern und Kopf voran die Piste messen. Aber für schadenfrohe Videos gibt’s doch diverse Fernsehshows.

Über Humor und Geschmack zu streiten erübrigt sich. Wer will, wer kann in solchen Sphären richten? Fraglich ist jedoch generell, wie trotz Globalisierung und Technisierung des Kinobetriebes filmische Juwele nicht immer den Weg in hiesige Kinos finden, Zelluloid-Müll à la EIS KALT jedoch unbehelligt in die Multiplexe marschiert und mit selbst zugeschriebenem Attribut "Komödie" Zuschauer in die Irre führt. Selbst die Videothek wäre noch zuviel der Ehre. Vor mutigen und kraftvollen Werken hingegen zittern den Verleihern scheinbar die Knie, und sparsam wird das ein oder andere Festival beglückt.

Doch was soll das Klagen! Niemand zwingt uns Mist zu schauen, es bleibt immer noch der Boykott. Vorschlag also: EIS KALT die noch kältere Schulter zeigen und das Geld lieber spenden. Oder so.

[ Roman Klink ]

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