Originaltitel: IT RUNS IN THE FAMILY

USA 2003, 109 min
Verleih: Buena Vista

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Michael Douglas, Kirk Douglas, Cameron Douglas

Regie: Fred Schepisi

Kinostart: 02.10.03

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Es bleibt in der Familie

Kino als Familienangelegenheit

Es ist kein Geheimnis - Kirk Douglas und Sohn Michael wissen, wie Hollywoods Olymp aussieht. Sie haben in ihren Karrieren Preise gewonnen und Verrisse geerntet, durften in unvergeßlichen Filmen mitwirken, wurden und werden von schönen Frauen geliebt. Nur ein gemeinsamer Film der beiden fehlte bislang in den Biographien. Und weil es noch mehr schauspielende Verwandte gibt - Michaels Sohn Cameron und Kirks Ex-Frau Diana - versammelte sich die Familie unter der Schirmherrschaft von Regisseur Fred Schepisi und drehte einen Film über die Familie Gromberg.

Eine große Sippe mit allen denkbaren Problemen. Die Ehe von Alex und Rebecca steht auf wackeligen Füßen, das Verhältnis von Alex und dessen Vater Mitchell wird überschattet von längst vergangenen Krisen, sehr zum Leidwesen von Mutter Evelyn, der es wiederum gesundheitlich nicht besonders gut geht. Und dann wären da noch die Söhne von Alex und Rebecca. Der ältere - Asher - kommt vor lauter Dealerstreß kaum noch zum Studieren. Der jüngere Sohn Eli spürt das Ende der Kindheit nahen und braucht dringend den wortlosen Beistand der Eltern. Diese haben wiederum alle Hände voll zu tun, den Gromberg-Clan am Laufen zu halten und die jüdische Tradition nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

Das klingt nach geballter Krise, und so ist es auch. Entsprechend gibt es zu Beginn Szenen mit großflächigen Wohnräumen voll zeternder Familie. Gott sei Dank entschließt sich der Film nach schwammigem Start, seine Geschichte unterhaltsam zu erzählen, springt zwischen den drei Generationen hin und her und gewinnt zunehmend an Substanz.

Melancholisch stimmt die erschöpfte Vorstellung von Kirk Douglas, dessen Schlaganfall ihm zwar nicht das Charisma raubte, aber durchaus den Elan. Auch fällt es schwer, sich vollends in die Geschichten zu vertiefen, der Ton ist leider nicht durchgehend glaubwürdig getroffen. Als erste und möglicherweise letzte Chance, die Douglas-Familie in dieser Konstellation zu erleben, hat ES BLEIBT IN DER FAMILIE jedoch unikaten Charme.

[ Roman Klink ]

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