USA 1998, 107 min
Verleih: Kinowelt

Genre: Science Fiction

Darsteller: Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Ian Holm

Regie: David Cronenberg

Kinostart: 18.11.99

Noch keine Bewertung

eXistenZ

Cronenbergs Geniestreich um ein organisches Computerspiel

eXistenZ heißt das neueste Spiel der Top-Designerin Allegra Geller. Allegra gilt als Göttin der Computerspiele und hat bei solchem Fanatismus natürlich auch ihre Feinde. So kann sie schwer verletzt einem Anschlag entkommen und ist fortan mit ihrem Verbündeten Ted auf der Flucht. Als Ted die Kugel des Attentäters aus Allegras Schulter kratzt, erkennt er, daß das Projektil ein menschlicher Zahn ist. Jetzt geht’s los: Allegra kann ihm nicht erklären, worum es bei eXistenZ geht - er muß sich auf das Spiel einlassen. Dafür benötigt er allerdings einen Bioport in seiner Wirbelsäule, denn sonst kann Allegra sich und ihren Game-Pod nicht andocken. Sie landen an Orten, von denen der normale Mensch nicht träumen mag: z.B. eine Forellenfarm, die jetzt dazu dient, um aus dem Nervensystem mutierter Amphibien Spiele, sogenannte Motherboards herzustellen. Ted ist fasziniert und angeekelt zugleich. Das Spiel eXistenZ ist der Weg in bisher ungeahnte Ebenen menschlicher und damit auch immer tierischer Abgründe. Und bald übernimmt Ted die Leitung des Spiels...

eXistenZ, der mittlerweile 13. Film von David Cronenberg, ist ein total abgefahrenes Stück Kino, ein Meilenstein des fantastischen Films und die Wiedergeburt des Genies Cronenberg. Nach seinem letzten, eher enttäuschenden Film CRASH, hat der Meister der humanen Abart wieder zu Höchstform gefunden. Man muß sich auf eXistenZ einlassen, um ihn zu lieben. Wer zwei Minuten zu spät ins Kino kommt, kann sich den ganzen Film stecken. Wahnsinnig komplex und spannend wie nur selten hat Cronenberg seine Geschichte um die vielfältigen Ebenen der Realität gesponnen. Man kriegt nicht genug, wünscht sich immer noch ein weiteres Plateau, auf dem sich Allegra und Ted beweisen und austoben können. Aber eXistenZ hat ganz andere Intensionen als z.B. MATRIX. Hier wird nicht auf unterhaltsame, wenn auch mega-gelungene Action gesetzt. Vielmehr geht es um Sucht, Mut, Macht, Einsamkeit und Langeweile. So betrachtet, ist Cronenberg das endgültige Millenium-Psychogramm gelungen. An eXistenZ werden sich die Geister scheiden, aber wir haben es hier zweifellos mit einem der aufregendsten Filme des Jahres zu tun.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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