D 2008, 97 min
Verleih: Constantin

Genre: Erwachsenwerden, Komödie, Teenie

Darsteller: Emilia Schüle, Selina Shirin Müller, Henriette Nagel, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Anke Engelke

Regie: Ute Wieland

Kinostart: 17.07.08

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Freche Mädchen

Eine flotte Sommer-Teenie-Klamotte

Zweifelsohne werden die frechen Mädchen ihre Fans haben. Zum einen gibt es die schon millionenfach verkaufte Mädchenbuchreihe aus der Feder Bianka Minte-Königs und damit vor allem Leserinnen, welche die Kinoadaption sicher nicht verpassen wollen. Zum anderen und zum sommerlichen Glück beitragend, eine sichtlich fröhliche und entspannte Teenie-Klamotte, die voll aus dem Leben gegriffen scheint, dabei das Begehr des Zielpublikums nach munterer Unterhaltung stets im Blick behält und auch ohne vorheriges Schmökern funktioniert. Regisseurin Ute Wieland inszeniert die Geschichte der drei Freundinnen Mila, Hanna und Kati - zwischen Schulalltag und den Freuden und Nöten erster Liebe - als temporeiche Komödie, in der die jugendlichen Darsteller mit sichtlicher Spielfreude agieren und die erwachsenen Kollegen - pointiert sind ihre Auftritte - wohltuend im Hintergrund verbleiben.

Thema ist und bleibt die Pubertät - eine enge Mädchenfreundschaft, die Risse bekommt, wenn das zunächst verleugnete Interesse am anderen Geschlecht zur Tatsache wird, Träume die plötzlich platzen und neue Träume, die dies vergessen machen, ein Karussell der Emotionen. Die Aufstellung der Figuren versucht den Brückenschlag innerhalb der weiblichen Teen-Generation. Da ist Mila, eine besonnene Legasthenikerin, die, zunächst nur genervt von den Liebesproblemen der Freundinnen, den heimlichen Verehrer übersieht und sich schließlich in den Deutsch lehrenden Referendar verliebt. Hanna dagegen hat sich unsterblich verknallt in Branko, will wegen ihm eine sportliche Laufbahn einschlagen, mit dem Herzen ist sie eigentlich bei der Musik. Und die Dritte im Bunde ist Kati, die sich nach einer ersten Enttäuschung in Sachen Liebe ein wenig verirrt im unbedingten Begehren, einen coolen Typen aufzureißen. Das darstellende Dreiergespann - Henriette Nagel als Kati beispielsweise gibt hier ihr Schauspiel-Debüt - trägt die Erzählung um die Zerreißroben einer Mädchenfreundschaft mit viel Enthusiasmus und dem Drehbuch aus der Feder Maggie Perens (u.a. HÄNDE WEG VON MISSISSIPPI) ist eine witzig-lebensnahe Sprache zu danken.

Der Gastauftritt von Wilson Gonzalez Ochsenknecht dagegen wirft den Film ein wenig aus der Bahn. Mädchenschwärmerei hin oder her, auf die blasse Minirolle des jungen Mimen - allein fürs Marketing ein Bonus - hätten die frechen Mädchen verzichten können.

[ Jane Wegewitz ] Für Jane ist das Kino ein Ort der Ideen, ein Haus der Filmkunst, die in „Licht-Schrift“ von solchen schreibt. Früh lehrten sie dies Arbeiten von Georges Méliès, Friedrich W. Murnau, Marcel Duchamp und Man Ray, Henri-Georges Clouzot, Jean-Luc Godard, Sidney Lumet, Andrei A. Tarkowski, Ingmar Bergman, Sergio Leone, Rainer W. Fassbinder, Margarethe v. Trotta, Aki Kaurismäki und Helke Misselwitz. Letzte nachhaltige Kinoerlebnisse verdankt Jane Gus Van Sant, Jim Jarmusch, Jeff Nichols, Ulrich Seidl, James Benning, Béla Tarr, Volker Koepp, Hubert Sauper, Nikolaus Geyrhalter, Thierry Michel, Christian Petzold und Kim Ki-duk.

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