D 2010, 103 min
FSK 0
Verleih: Disney

Genre: Romantik, Komödie

Darsteller: Anna Fischer, Kostja Ullmann, Inka Friedrich, Amber Bongard

Regie: Marc Rothemund

Kinostart: 16.09.10

1 Bewertung

Groupies bleiben nicht zum Frühstück

... und solche Filme nicht im Gedächtnis

Lila, süße 17 Jahre jung und als schnarchendes, gleichwohl niedliches Trampeltier vorgestellt, hat das letzte Jahr in Amerika verbracht. Und wie das Leben nun mal so spielt, gab es dort – traurig! – kein TV, Internet oder sonstige Errungenschaften modernen Lebens. US-Provinz halt. Deswegen weiß Lila auch nicht, daß während ihrer Abwesenheit eine „Berlin Mitte“ benannte Band unter den deutschen Mädels im Alter von 6 bis 12 wahre Hysterien auslöste. Vorrangig Leadsänger Chriz, Typ Haargel-Model, sorgt für präpubertäre Ohnmachtsanfälle.

Beim Klau einer Karnivore trifft Lila nun ganz zufällig eben jenen Chriz, und man entbrennt so spontan wie endgültig füreinander. Obwohl kreischende Minderjährige Chriz’ Weg säumen, blickt Lila zwar vorerst immer noch nicht durch, doch irgendwann checkt sie es endlich, womit das Romantikdrama beginnen kann. Denn abgesehen vom eh harten Leben eines Popstars hat die böse, böööse Presse jetzt nichts anderes zu tun, als Lila, die vermeintliche Stalkerin, ins Schlampenlicht zu zerren. Zerstört das abscheuliche schreibende Gesocks damit gar eine ganz große Liebe?

Zur Umsetzung dieser revolutionären Idee mußten dann auch gleich zwei Drehbuchautorinnen ran, welche sich vermutlich abwechselnd in die Arbeit gestürzt haben: Während die eine gerade Katzenkörbe flocht, Suaheli lernte oder ein Atom spaltete, ersann die andere ein paar möglichst stereotype Wendungen. Bis nach maximal drei Tagen das Skript stand. Und wenigstens Grundschülerinnen raubt sie dann auch den Atem, die fingernägelkauende Spannung (gelingt es Lila, Chriz’ Flieger noch aufzuhalten?), aus Verschnaufgründen durchbrochen von Slapstickeinlagen unter Teenie-Klamotten-Niveau sowie Möchtegern-Gesängen inklusive bahnbrechender Texterkenntnisse à la „Love Is A Battlefield.“ Man merkt gleich, daß Chriz sein Abitur schon in der Tasche hat, was er zur Sicherheit aber auch noch mal verbalisiert.

Wer jetzt meint, all das sei langweilig, ärgerlich oder schlicht dämlich, der irrt. Um solche Attribute aus der Tastatur zu zaubern, wäre es nämlich nötig, sich mit dem Kram wenigstens etwas näher zu beschäftigen, und genau das hieße völlig vertane Lebenszeit. Nein, GROUPIES ... ist dermaßen banal und nichtssagend, so plätschernd und leer, daß man sich überhaupt nicht weiter damit abgeben will und kann. Gesehen, abgehakt, der nächste Film bitte!

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...