Originaltitel: HACHIKO: A DOG’S STORY

USA 2009, 93 min
FSK 0
Verleih: Prokino

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Richard Gere, Joan Allen, Sarah Roemer, Jason Alexander, Cary-Hiroyuki Tagawa

Regie: Lasse Hallström

Kinostart: 12.11.09

5 Bewertungen

Hachiko

Manipulation vom Besten

Falls Sie weiblich sind und diesen Film sehen möchten, checken Sie bitte vorher, ob die Grundausstattung vorhanden ist: Wasserfestes Make-up? Eine Schulter zum Anlehnen? Taschentücher? Und zwar mindestens vier – nämlich gleich noch für die Freundin oder den Angetrauten, welchem garantiert bei ein, zwei Szenen gegen Ende ebenfalls „ ... was ins Auge fliegt!“ Alles da? Gut. Dann kann sie ja starten, die Geschichte von Professor Parker Wilson.

Dieser findet einen Welpen, erliegt sofort dessen Charme (wie auch der Zuschauer, das Kindchenschema läßt grüßen) und bringt ihn mit nach Hause. Gattin Cate ist indes erbost und fordert: Das Tier muß weg! Doch bald ändert sich ihre Meinung, der „Hachi“ getaufte Vierbeiner bleibt. Wohlgemerkt nicht seiner Niedlichkeit wegen, sondern aus Liebe zu Parker. Und schon gelingt es der Inszenierung, ganz nebenbei eine tiefe Zuneigung zu zeichnen, durch Blicke, kleine Gesten zwischen den Eheleuten. Da bleiben Seufzer im Saal kaum aus.

Hachi wächst derweil zum stolzen Hund heran, was Stufe 2 einläutet, denn selbstverständlich gehört es sich, jetzt einige Ereignisse einzubauen, zum Beispiel die konsequente und philosophisch erklärte Weigerung Hachis, einen Ball zu apportieren, oder als komisches Abenteuer seine Begegnung mit einem übel gelaunten Stinktier, welche sogar für Parker duftende Folgen besitzt. Es darf also zumindest geschmunzelt werden. Zumindest, bis wir in Phase 3 eintreten, der Fabel vom treuesten Begleiter des Menschen. Hachi macht es sich nämlich zur Angewohnheit, jeden Abend am Bahnhof zu warten, um Parker abzuholen – bis plötzlich etwas Furchtbares geschieht.

Womit der Film allerdings noch nicht endet, sondern sozusagen erst seinen, wenn auch tragischen, Höhepunkt erreicht. Jetzt gewinnen allerhand Nebenfiguren zwischen Skurrilität, Herzenswärme und Kauzigkeit Raum zur Entfaltung, darf die bislang sträflich unterforderte Joan Allen als Cate zumindest ansatzweise ihr Talent zeigen, und bricht für preiswert geschminkte Damen die große Waschbärenzeit an, während sich rauhe Kerle in schnüffelnde Jungs verwandeln.

Klar könnten beinharte Kritiker meckern, all das sei ohne Gnade durchgerechnet und letzten Endes bloß auf den Tränendrüsen-Kitsch-Punkt kalkuliert. Stimmt zumindest teilweise. Aber wenn es derart schön und richtig rührend geschieht, läßt man sich nur zu gern manipulieren.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme mit Wahrheit. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Und Frank kann GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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