Originaltitel: I HEART HUCKABEES

USA/D 2004, 106 min
Verleih: Fox

Genre: Komödie, Schräg, Satire

Darsteller: Dustin Hoffman, Isabelle Huppert, Jude Law, Jason Schwartzman, Lily Tomlin, Mark Wahlberg, Naomi Watts

Regie: David O. Russell

Kinostart: 12.05.05

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I Heart Huckabees

Eine existentielle Komödie – oder so ...

Man trifft sich immer zweimal im Leben, heißt es. Als Albert jedoch zum dritten Mal in Folge einem riesigen Afrikaner begegnet, kann das kein Zufall mehr sein. Also sucht der Verwirrte zwecks Klärung des Mysteriums ein vom Ehepaar Jaffé geführtes existentielles Detektivbüro auf, wo ihm – eingesperrt in eine Art Leichensack – Jessica Lange als Bademoden-Schönheit erscheint, und er virtuell fiese Menschen verhackstückt. Die beiden Schnüffler sprechen von Fortschritt, Albert dagegen lernt den Umweltaktivisten Tommy kennen, der ihn wiederum in die Fänge einer französischen Philosophin treibt. Dem Nihilismus verfallen, intoniert sie Weisheiten wie "Das Leben ist ein grausamer Witz."

Gemeinsam treten nun alle eine wahnsinnige Reise zu den wichtigsten Ls menschlichen Daseins an: Liebe, Lust, Leidenschaft, Lüge – und Laken, welche laut Mr. Jaffé das Universum repräsentieren. Schräg? Es kommt noch besser, als Alberts Intimfeind Brad plötzlich ebenfalls die Dienste der Jaffés in Anspruch nimmt. Was sich allerdings als Fehler erweist, weil seine Tussi-Freundin spontan ihre wahre, eher rustikale Persönlichkeit entdeckt. Aber jetzt geht es erst richtig los!

Wie viele lustvolle, teils gar hanebüchene Gegensätze verträgt eigentlich ein einzelner Film? Zu beschwingter Klimpermusik stellt sich Albert die großen Fragen des Lebens, trifft irrwitziger Slapstick auf hintergründige Komik und prallen Weltanschauungen in Schwarz oder Weiß aufeinander. Das amüsiert einerseits köstlich, dürfte allerdings andererseits angesichts schwerwiegender Exaltiertheiten für einige Fragezeichen beim unvorbereiteten Zuschauer sorgen. Sie wurden hiermit gewarnt.

Das Risiko leichter bis mittlerer Verwirrung lohnt indes schon allein das wenig überraschend sehr konträr agierende Ensemble aus Superstars: Während die junge Garde Law/Wahlberg/Watts sich derart in ihren Rollen verbeißt, daß manche Szene nervigem Überagieren zum Opfer fällt, brilliert das Triumvirat Hoffman/Huppert/Tomlin ohne den Hauch sichtbarer Anstrengung. Da stimmen einfach jede Geste, jedes Mienenspiel, jede Pointe. Und Isabelle Hupperts Blicken aus diesen unergründlich tiefen Augen nicht rettungslos zu verfallen, ist sowieso unmöglich. Magnifique!

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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