Originaltitel: I KINA SPISER DE HUNDE

DK 2000, 90 min
Verleih: Time

Genre: Krimi, Schräg

Darsteller: Kim Bodnia, Dejan Cukic, Tomas Villum Jensen

Regie: Lasse Spang Olsen

Kinostart: 06.07.00

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In China essen sie Hunde

So böse können Dänen sein

Seine Courage wird ihm zur Verhängnis. Arvid, ein stinknormaler Bankangestellter, klaubt seine drei Gramm Mumm zusammen und zieht einem Bankräuber in Aktion einen Squash-Schläger über den Schädel. Von der Polizei und den Bürgern geehrt und bejubelt, klopft es bald energisch an seiner Tür, und eine leicht heruntergekommene Frau schüttet ihn mit tränenerstickten Haßtiraden zu: sie ist die Frau des Bankräubers und wirft Arvid vor, das nahe Glück einer jungen Familie zerstört zu haben. Das Geld brauchten sie für eine künstliche Befruchtung, und nun ist ihr Mann im Knast.

Arvid, auf Grund seiner Normalität von seiner Frau Hanne eben verlassen, ist an sich schon verzweifelt genug und will mit dieser Schuld nicht leben. Er sucht seinen kriminellen Bruder Harald auf, und der hat natürlich einen zunächst recht harmlosen Plan parat. Daß dieser allerdings alsbald völlig aus dem Ruder läuft, liegt in der Natur der Dinge und an der Skrupellosigkeit Haralds. Eine Schneise der Verwüstung irritiert das ansonsten so friedliche Dänenland. Rockmusiker, Sicherheitsbeamte und zahlreiche Serben müssen ins Gras beißen, bis endlich Gott und Satan die Spielregeln bestimmen....

Bitterböse, furztrocken und kompromißlos. Diese filmische Absurdität setzt schon ein hohes Potential an schwarzem Humor beim Zuschauer voraus. Gewalt scheint zwingend, das Grundprinzip Was weg muß, muß weg! leitmotivisch. Regisseur Olsen pfeift auf Moral und Räson, und ihm ist ein höchst groteskes, aber eben sehr unterhaltsames Beispiel für cineastische Anarchie gelungen. Als (fast) eiskalter Aufräumer ist einmal mehr Kim Bodnia, Dänemarks momentan meistbeschäftigter und interessantester Mime, unterwegs. Er entledigt sich zahlloser zweibeiniger Probleme mit einer Selbstverständlichkeit, daß einem schwindlig wird. Doch als dann Hanne auch noch den ehelichen Fernseher mitnehmen will, wird selbst der ansonsten so entscheidungsunfreudige Arvid zum Tier. Logisch!

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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