Originaltitel: GAMLE M®ND I NYE BILER

DK 2002, 95 min
Verleih: 3L

Genre: Komödie, Schräg

Darsteller: Kim Bodnia, Tomas Villum Jensen, Nikolaj Lie Kaas, Iben Hjejle, Torkel Petersson

Regie: Lasse Spang Olsen

Kinostart: 17.03.05

Noch keine Bewertung

Old Men in new Cars

In China aßen sie schon früher Hunde

Filmbosse aller Herren Länder neigen ja dazu, Erfolgreiches durch abertausende Fortsetzungen bis auf den letzten Euro oder Dollar auszuquetschen. Nix anderes tun die Dänen, aber zumindest etwas cleverer, indem sie hier ein Prequel, also eine Vorgeschichte, des Knallers IN CHINA ESSEN SIE HUNDE auf den Markt werfen - und Fans damit allerdings ein bißchen enttäuschen dürften.

Das lieb gewonnene Personal ist vollständig; sogar Vuk darf wieder von Harald terrorisiert werden (diesmal noch etwas sinnloser). Letztgenannter kommt gerade aus dem Knast, vor der Gefängnistür winkt die Mafia mit einem Packen Schuldscheine, und Ziehvater Munken steht kurz vor dem Übergang in die nächste, hoffentlich bessere Welt. Kurz vor dem Tod regt sich selbst bei Gangstern das Gewissen, also besteht Munkens letzter Wunsch darin, seinen unehelichen Sohn Ludvig kennenzulernen. Problematisch bloß, daß selbiger als Frauenmörder im Hochsicherheitstrakt sitzt. Nachdem Harald und Team diesen Zustand mittels einer wahnwitzigen Aktion geändert haben, geht Ludvig gleich wieder seiner tödlichen Berufung nach, verliebt sich aber - wie passend - schnell in die schwer suizidgefährdete Mille. Chaos, nimm deinen Lauf!

Um hier Spaß zu haben, muß man dem Vorgänger entsprechend comic-hafte Gewalt, schwarzen Humor und rüde Sprüche mögen. So weit okay, nur leider versucht Regisseur Olsen, nach dem "Mehr von allem!"-Prinzip noch einen Zacken weiterzugehen. Das gelingt oft ganz gut, führt aber manchmal auch zum Overkill - man denke beispielsweise an die endlose Verfolgungsjagd. Über Minuten hinweg extremes Handkamera-Gewackel anschauen zu müssen, ist nicht innovativ, sondern maximal schwindelerregend.

Und irgendwie kam außerdem das Fiese abhanden, beziehungsweise beschränkt es sich eben nur noch auf die von Vuk erlittenen Qualen. Deutlicher formuliert: OLD MEN IN NEW CARS steht oftmals kurz davor, mit konservativem oder schlimmstenfalls nicht funktionierendem Klamauk in die Klamotte abzugleiten.

Für Fazit-Freunde sei also zusammengefaßt, daß dies kein schlechter Film ist - aber auch nicht ganz die unterhaltsame Offenbarung, welche man in Kenntnis der chinesischen Hundeesser erwarten durfte.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme mit Wahrheit. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Und Frank kann GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.