Originaltitel: PLANET TERROR

USA 2007, 102 min
FSK 18
Verleih: Senator

Genre: Action, Komödie, Trash

Darsteller: Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Marley Shelton, Michael Biehn, Jeff Fahey, Bruce Willis, Quentin Tarantino

Stab:
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Rodriguez
Kamera: Robert Rodriguez
Musik: Robert Rodriguez

Kinostart: 04.10.07

Noch keine Bewertung

Planet Terror

Menschen, Viren, Amputationen

Irgendwo in einem namenlosen Kaff herrscht Krieg. Cherry Darling, die desillusionierte Bartänzerin, hat sich gerade mit ihrem Chef gezofft und den Bettel hingeworfen – da steht ihr Ex Wray auf der Matte. Ein paar Schritte weiter geht die Eheschlacht eines Ärztepaares in die nächste, bevorzugt allerletzte Runde. Und wie bei Kino-Kleinstädten oft üblich, wird auch diese hier schließlich sukzessive von Untoten überrannt, weil wieder mal ein Experiment Viren freigesetzt hat, welche Menschen zu mörderischen Untoten mutieren lassen.

Klingt absolut vertraut. Doch wenn Robert Rodriguez die Regiefäden spinnt, darf man natürlich schon einige i-Tüpfelchen mehr erwarten. Und tatsächlich inszeniert der Mann mit solch ungestümer Freude am professionell ausgerupften inneren Organ, als hätte es so etwas wie Jugendschutzbehörden nie gegeben. Schön auch, daß seine Untoten im Gegensatz zu allen bisherigen Kollegen stark zum Eitern neigen – das Ekelpotential platzender Riesenpusteln darf keinesfalls unterschätzt werden!

Also ein Film bloß für unerschrockene Blutjünger? Kaum, denn das Skript umreißt seine Figuren recht treffend und punktet ein ums andere Mal durch knackige Sprüche oder verrückte Einfälle, wobei Cherrys Beinverlust inklusive anschließender Prothese in Form einer multifunktionalen Schußwaffe besondere Erwähnung verdient. Wie man hört, kam Rodriguez auf die Idee, als er im Stau stand. Was wohl nicht nur Darstellerin Rose McGowan Zweifel an der eigenen Kreativität beschert ...

Grundsätzlich erfindet PLANET TERROR, das vermutlich entspannt-brutalste, schleimigste und partytauglichste Stück Zelluloid anno 2007, das Genre zwar nicht neu, verpaßt ihm aber die dringend benötigte Frischzellenkur. Darin versteckt schlummern gar drei Sequenzen puren Zuschauerglücks, die cineastische Geschichtsschreiber dringend im Auge behalten sollten: Wray wählt bei der Flucht vor den untoten Horden ein höchst ungewöhnliches Fahrzeug. Cherry probiert mit durchschlagendem Erfolg zum ersten Mal ihre Schenkelwumme aus. Und Quentin Tarantino wird im Gastauftritt vom bösen Virus buchstäblich am Schwanz gepackt. Danke, Mister Rodriguez.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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