Originaltitel: SHAUN THE SHEEP

GB 2014, 85 min
FSK 0
Verleih: StudioCanal

Genre: Animation, Kinderfilm, Komödie

Regie: Richard Starzak, Mark Burton

Kinostart: 19.03.15

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Shaun das Schaf

Kultiges Wollknäuel wird kinotauglich

„Nur Shaun das Schaf ist das Schaf, es macht gern Unsinn und ist nicht besonders brav. Doch mögen wir das komische Tier. Ja, jeder liebt es, Shaun das Schaf …“

Seit es 1995 im OSCAR-prämierten Kurzfilm UNTER SCHAFEN mit Wallace und Gromit seinen ersten Auftritt in einer Nebenrolle hatte, erobert das kleine freche Schaf weltweit die Herzen der jungen und älteren Zuschauer. 2007 startete Shaun dann in Serienproduktion, bislang sind 140 Folgen á sieben Minuten entstanden. Nun also der Kinofilm: Shaun hat den öden Alltag auf der Farm satt und will mal wieder was erleben. Dazu schicken er und die anderen Schafe den tölpelhaften Bauern ins Land der Träume. Das geht natürlich schief, und der Bauer findet sich urplötzlich ohne bewußte Erinnerung an sein früheres Leben in der Großstadt wieder. Shaun, der geplagte Wachhund Bitzer und die Herde machen sich auf, den Bauern zu retten, und bekommen es dabei mit einem fiesen Tierfänger zu tun. Aber Shaun wäre nicht Shaun, wenn ihm nicht auch in dieser vertrackten Situation etwas einfallen würde.

Genau wie die Serie ist auch der Film liebevoll in der äußerst langwierigen und arbeitsaufwendigen Stop-Motion-Technik mit Knetfiguren animiert. Es ist dem Team um Richard Starzak und Mark Burton von Aardman Animations gelungen, das hohe Unterhaltungsniveau der Kurzfilme auch in der Langform durchzuhalten. Der Film hat ein unglaubliches Gespür für Rhythmus und Timing in bester Slapstickmanier – kein Wunder, haben sich doch die Macher von Stummfilmkomödien inspirieren lassen. Und genau wie diese funktioniert auch SHAUN DAS SCHAF ohne ein einziges gesprochenes Wort. Das ist sicher ein Grund für den weltweiten Erfolg dieser Figur. Der andere ist die hohe Gagdichte mit zahlreichen ironischen Seitenhieben und Querverweisen. Eine Neuinterpretation des berühmten Abbey-Road-Covers der Beatles ist da nur ein Beispiel.

Vielleicht liegt das Erfolgsgeheimnis des kleinen Wollknäuels und seiner Freunde aber auch einfach darin, wie der „Vater“ von Shaun, der Animateur Richard „Golly“ Starzak, im Januar 2014 in einem Interview mit der FAZ äußerte: „Wir versuchen einfach nur, lustig zu sein.“ Und das ist ihnen mit SHAUN DAS SCHAF zweifelsohne ausgezeichnet geglückt.„He’s Shaun The Sheep, He’s Shaun The Sheep, He Even Mucks About With Those Who Cannot Bleat, Keep It In Mind, He’s One Of A Kind, Oh …, Life’s A Treat With Shaun The Sheep …“

[ Dörthe Gromes ]