D 2016, 113 min
FSK 12
Verleih: Concorde

Genre: Fantasy, Literaturverfilmung, Romantik

Darsteller: Jannis Niewöhner, Maria Ehrich

Regie: Felix Fuchssteiner, Katharina Schöde

Kinostart: 07.07.16

Noch keine Bewertung

Smaragdgrün

Alles hat ein Ende – gut so!

Ja, diese Kino-Trilogien sind schon zweischneidige Schwerter. Zum einen schön, bieten sie den Beteiligten doch anhaltende Beschäftigung, zum anderen aber führen sie selbst beim geneigten Zuschauer zu Ermüdungserscheinungen. Das ist hier nicht anders, wobei die „Edelstein-Trilogie“ dem HERR DER RINGE-Gemähre mindestens darin etwas voraushat: Man ging beim 2. Teil allein aus purer Langeweile nicht dreimal pinkeln ... Nun heißt es Finale, was gut so ist, denn bei aller Putzigkeit dieser Liebelei zwischen Gwendolyn und Gideon und bei allem Charme der robusten Zeitreisetricks – man hat nun genug von Gwens in den hektischeren Momenten schneidenden Mädchenstimme, man hat sich ein wenig sattgesehen an der lederbejackten James-Dean-Attitüde Gideons. An den Schauspielern, Maria Ehrich und Jannis Niewöhner, liegt das weniger, aber wie bei fast allen Fortsetzungsgeschichten wird das Kostüm schnell zum Korsett.

Worum es im Finale nun geht, ist Kennern klar und daher schnell skizziert: Das Aufsteigen des Adlers soll verhindert werden, die Geheimloge darf nicht siegen, der Chronograph nicht in deren Hände geraten und der hinterfotzige Graf von St. Germain keinesfalls unsterblich werden. Das isses im Prinzip, und weil derartiges Handlungsskelett schon die ersten Filme auszeichnete, reicherte man weitere bewährte Zutaten an: Da wären die Zeitsprünge in vergangene Jahrhunderte, beim Elapsieren ins 17. sehen wir einen durch die Gassen flanierenden, am Lubitsch-Filmtitel bastelnden Shakespeare, dann die Einblicke in die auf Dauer erprobte Liebe zwischen Gideon und Gwen, wobei der Tor den Todesspruch aller Todessprüche haucht: „Laß uns Freunde bleiben!“ Gwen darf wieder zornig sein ...

Es ist schon so, daß manches an den Duktus aus Vorabendserien gemahnt, was nicht per se schlecht ist, schließlich passen auch die überzeichneten Figuren wie Gwens Cousine Charlotte dazu. Apropos: Die Gute mutiert vom Aas schließlich doch noch zur ganz knorken Type, versteht sich gar auf israelische Nahkampftechnik und sieht mit ihrem Schnütchen einer gewissen Lana Del Rey verteufelt ähnlich. Daß ein wenig die Luft raus ist, sieht man auch in der, gerade im Vergleich zur Soirée in SAPHIRBLAU, reichlich träge inszenierten „Grünen Party“ sowie in den linkisch montierten Verweisen zu einer Finanzmarktaktualität.

Außerdem ist man auch nicht mehr gewillt zu übersehen, daß hier Perücken wie Perücken aussehen und die Make-up-Abteilung sowieso eine Pause verdient hätte: Gwens auf uralt getrimmte Eltern Lucy und Paul sehen in ihrer Faltenmaske wahlweise aus wie verbrannt oder aus dem Ladykracher-Kittelschürzenarchiv.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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