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Spark

Über alltägliche Gewalt und Rassismus

Byron und Nina sind ein afroamerikanisches Pärchen aus Chicago auf dem Weg nach Kalifornien - auf den ersten Blick jedenfalls. In Byrons gebrauchtem Wagen rollen sie durch die Weiten des amerikanischen Mittelwestens. Nina ist mit der Highschool fertig und möchte in Los Angeles aufs College gehen. Byron sitzt gereizt und verzweifelt am Steuer, ahnt er doch, daß dies ihre letzte gemeinsame Reise sein wird. Nina will endlich ausbrechen aus ihrem Chicagoer Einerlei und in L.A., fern vom heimatlichen Ghetto, ein richtiges Leben beginnen. Als sie mitten in der Wüste einen Hund überfahren und eine Autopanne erleiden, treffen sie den Halbstarken Mooney, der sie in ein von recht zwielichtigen Weißen bewohntes Wüstennest zu einem Automechaniker schleppt. Während Byron sich nur von seltsamsten Rassisten umgeben sieht, die ihm Frau und Geld abnehmen wollen, steht Nina der Situation unvoreingenommen und gelassen gegenüber. Doch Byrons Ausbrüche lassen die Situation eskalieren und ein Alptraum beginnt. Um dem Schlamassel zu entfliehen, geht er ein Zweckbündnis mit Mooney ein, denn Byrons solide, maskuline Art imponiert dem weißen Teenager. Aber der will Byron für eine ganz persönliche Rache benutzen...

Dieser außerordentliche filmische Kommentar zur latenten Gewalt in der US-amerikanischen Gesellschaft verfügt über jenen engen Bezug zur Realität, von der die meisten Produkte der Traumfabrik Hollywood meilenweit entfernt sind. In unbekannter und ihm gegenüber feindlich gesinnter Umwelt ausgesetzt, wird Großstadt-Rambo Byron aus Angst vor Rassismus selbst zum größten Rassisten. Und so überträgt er seine persönliche Krise in der Beziehung zu Nina mühelos auf seine Umgebung. Ein durchaus beachtlicher Erstling des Jungregisseurs Garret Williams.

Originaltitel: Spark

USA 1997, 92 min
Verleih: Kinemathek

Genre: Drama

Darsteller: Terence Howard, Nicole Ari Parker

Regie: Garret Williams

Kinostart: 13.07.00

[ Anne Riordan ]