Originaltitel: THE PUNISHER

USA 2004, 124 min
Verleih: Columbia

Genre: Action

Darsteller: Tom Jane, John Travolta, Rebecca Romijn-Stamos

Stab:
Regie: Jonathan Hensleigh
Drehbuch: Jonathan Hensleigh

Kinostart: 10.06.04

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The Punisher

Aggressives Rachedrama

Frank Castle ist Undercover-Agent. Er wird in kriminelle Organisationen eingeschleust, infiltriert sie und liefert die Drahtzieher ans staatliche Messer. Frank ist Familienvater. Er hat eine wunderschöne Frau, die bei jedem Einsatz mehr um ihn bangt und einen Sohn, der gern wüßte, warum die Eltern so oft umziehen. Frank hat großes Pech. Bei einem kapitalen Schlag gegen die Waffenmafia stirbt auch Bobby, der jüngere Sohn des Gangsters Howard Saint. Seine Schergen kontrollieren die Unterwelt entlang der Küste, die Geldwäsche übernimmt die kubanische Mafia. Mit ihm legt man sich also besser nicht an.

Frank hat großes Glück im Unglück. Wie durch ein Wunder überlebt er als einziger den Angriff von Saints Gang auf eine Feier seiner Familie in Puerto Rico. Frank ist zornig. Eiskalt wird er Howard Saint und jeden einzelnen seiner Helfer jagen und bestrafen.

Rache ist süß, sagt man. Ein leerer Spruch, denn sie ist finster, bitter, lädt das Karma negativ auf und verschafft keine Erlösung. Nach Quentin Tarantinos fast namenloser Killerbraut ist es wieder en vogue, sich stilsicher und visuell interessant zu rächen. Doch so flapsig das formuliert ist, so bedenklich wirkt die Tendenz. Gewaltsame Lösungen, einst letzte Instanz, scheinen plötzlich wieder Priorität zu haben. Und kommt dies aus einem Land, in der die Todesstrafe als sinnvoll gilt und der "Krieg gegen den Terror" als Rechtfertigung für widerliche Verbrechen herhält, dann sollte man dagegenhalten.

So geht jene kurze Szene wirkungslos im Actiongeschehen unter, in der Frank Castle die Polizeikräfte bezichtigt, die wahren Verbrecher nicht zu verfolgen. Seine Gegner selbst auf legalem Weg zu erwischen, versucht er gar nicht erst. Wäre ja auch nicht cool.

Die erste Verfilmung des Marvel Comics mit Dolph Lundgren zog 1988 die flache Rächerstory geradlinig durch. 2004 versucht Jonathan Hensleigh die Tiefen der zerrissenen Seele eines brutalen Häschers auszuloten. Damit beschwört er handwerklich den kraftvollen Actionfilm der 70er und 80er Jahre herauf und kann auf eine überraschend namhafte Besetzung zählen. Über den aggressiven, banalen und zudem erzkonservativen Grundton seiner Fabel täuscht er damit nicht hinweg.

[ Roman Klink ]

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