Originaltitel: THIRTEEN DAYS

USA 147 min, 2000 min
Verleih: Kinowelt

Genre: Polit, Thriller

Darsteller: Kevin Costner, Bruce Greenwood, Steven Culp

Regie: Roger Donaldson

Kinostart: 22.03.01

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Thirteen Days

Das Ende der Welt war nah

1962. Die Botschaft schlägt ein wie eine Bombe. Amerikanische Spionage-Flugzeuge haben über Kuba fotografiert, und das belichtete Material treibt Präsident Kennedy und seinem Regierungsstab zu recht den Schweiß auf die Diplomatenstirn. Die Russen haben auf der karibischen Perle Erstschlagsraketen stationiert, kubanische Truppen trainieren den Ernstfall und anhand der Bilder wird dem Pentagon klar, daß Amerika in Minutenfrist nahezu verschwinden würde, käme es zum atomaren Angriff.

Kennedy beruft einen Krisenstab, dem neben höchsten Militärs auch sein persönlicher Berater O’Donnell und Kennedys Bruder Robert angehören. Der Präsident kommt nicht umhin, seinem Volk von der drohenden Gefahr zu berichten. Die Angst vor dem Dritten Weltkrieg entlädt sich in Hamsterkäufen, Kirchenstürmungen und schierer Panik. Allein Kennedys kühlem Verstand und taktischer Diplomatie ist es zu verdanken, daß bei einer Seeblockade das Schlimmste verhindert werden kann: der Angriff der Russen und der damit unvermeidliche Krieg. Doch noch verleugnet Gromyko die Raketen auf Kuba...

Donaldson erzählt einen beängstigenden Abschnitt großer Geschichte im brillant heruntergefahrenen Kammerspiel-Stil. Durch die emotionalen Diskussionen in klaustrophobisch gefilmten Weißen-Haus-Büros, durch die durchweg herausragenden Darsteller und den weitestgehenden Verzicht auf brachiale Action gelingt es ihm, von der Unsicherheit, der Angst vor der nahenden Katastrophe, dem apokalyptischen Atomschlag einen markerschütternden Eindruck zu vermitteln. Er interessiert sich nicht für stumpfsinnig gefeierten Heroismus, der Präsident als Gladiator, die Vereinigten Staaten als Weltenretter. Nein, Donaldson schafft es, neben hervorragender, außergewöhnlicher Kinounterhaltung, ein Bild davon zu zeichnen, wieviel Feingefühl, Verstand und Menschenkenntnis in der Politik erforderlich sind. Eigentlich das Entlassungsschreiben für zahllose Gegenwarts-Politiker. Erstklassiges Ausnahmekino!

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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