D 2019, 111 min
FSK 0
Verleih: X Verleih

Genre: Komödie

Darsteller: Julia Koschitz, Friedrich Mücke, Bastian Reiber

Regie: Ralf Westhoff

Kinostart: 28.02.19

1 Bewertung

Wie gut ist Deine Beziehung?

Das Sofa als Sackgasse

Als Mutter Natur die Midlife Crisis erfand, muß sie mächtig Stunk gehabt haben. Mit Menschen allgemein und Männern speziell, welche ja häufiger betroffen sind vom losschreienden „Das war’s jetzt! Da kommt nix mehr! Gar nüscht!“ Totale Panik angesichts des gefühlt straff beschrittenen Weges zur Endstation Grube, das Leben gerät zum Rundum-sorgenvoll-Paket aus Orientierungslosigkeit; diverse Leser haben’s bereits überwunden.

Und können genau deshalb nachempfinden, wieso Steve zum Nervenbündel geschrumpft durch die Botanik kreucht. Arbeitstechnisch angezählt, versetzt ihm den Rest, daß Kumpel Bob komplett in den Seilen hängt, vorwarnungslos abgeschossen, ungewollt wieder allein. Nagende Zweifel keimen: Wie steht’s eigentlich um die eigene Partnerschaft, fühlt sich Freundin Carola wohl? Steve ersinnt ein straffes Optimierungsprogramm, möchte die vermeintlich jeden Augenblick davonspringende Carola halten. Nun, bislang kamen ihr zwar keinerlei diesbezügliche Gedanken, doch der so radikal ausgewechselt daherpolternde (bald Ex?-)Liebste scheint sie heraufzubeschwören …

Da wird schön bissig herausgestellt, was für eine zu überdenkende Idee, weil Überheblichkeit, es ist, Beziehungstips von Langzeitsingles sofort auszuschlagen. Es gellen heitere Warnsirenen, wenn Freunde unverständig auf angeleierte Aktivitäten reagieren: „Was ist? Ist Eure Couch kaputt?“ Umgekehrt zugestanden: Etwas weniger TV-Flair sähe im deutschen Kino generell schon hübsch aus, außerdem hätten Steves Verbesserungswilligkeit gern circa 20 Minuten zum Opfer fallen dürfen. Aber betrachten wir’s positiv, sehen den zwei knuffigen Hauptdarstellern länger zu – nicht nur optisch zweifellos lohnend.

Der amouröse Tanz ihrer Figuren hinterläßt primär beim gereiften Zuschauer selbstkritisch amüsierende Spuren; dies verstärkt, sollten ungehobene Hintern oder – siehe oben – mächtige Unsicherheit zur Choreographie dienen. Erst Veränderung herbeischreien und dann vor ihr kneifen? Jawoll! Wohlige Routine, die Schaltzentrale der Zweierverbindung? Ab Jahr X echt wahrscheinlich. Dabei braucht’s statt bioveganer Ernährungsumstellung oder charakterlichen Umstylings bloß Respekt, Kommunikation, aufmerksames Zuwenden und bestenfalls mancherorts Offenheit, um der Titelfrage ein „Super, danke!“ zu entgegnen.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.