D 2006, 107 min
Verleih: Senator

Genre: Komödie

Darsteller: Til Schweiger, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel, Anja Kling, Christoph Maria Herbst

Regie: Anno Saul

Kinostart: 16.11.06

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Wo ist Fred?

Turbulente Komödie mit Startproblemen

Schuld sind die Frauen. Zumindest eine Frau, Mara. Um das Herz der alleinerziehenden Mutter zu gewinnen, will der Polier Fred für ihren dreisten Sohn Linus einen handsignierten Basketball von dessen Lieblingsspieler Mercurio Müller besorgen. Doch der Ball landet traditionsgemäß als Fangeschenk auf der Rollstuhlfahrer-Tribüne. Also hat Fred keine Wahl und schlüpft, unterstützt von seinem besten Freund Alex, in die Rolle eines Rollstuhlfahrers. Als die engagierte Regisseurin Denise ihn für die Hauptrolle ihres Imagefilms über die behindertenfreundliche Vereinstätigkeit auswählt, ist Fred in Schwierigkeiten.

WO IST FRED? ist nicht halb so provokant wie gehofft und bewegt sich meist auf der sicheren Seite der politischen Korrektheit. Witze über Behinderte? Um Gottes Willen! Die werden höchstens einem schmierigen und herrlich überzogen dreinspielenden Pasquale Aleardi in den zynischen Mund gelegt. Dennoch kreiselt die vermeintlich flotte Rollikomödie eine ganze Zeit lang fröhlich auf der Stelle und kann sich nicht entscheiden, worum es überhaupt geht. Was will Fred von der tussigen Mara? Wie kann er sich als Bauarbeiter ein königliches Appartement leisten? Rätsel über Rätsel. Regisseur Anno Saul scheint das zu spüren und konzentriert sich vorerst auf eine Nummernrevue. Fred poltert im Rollstuhl die Treppe hinab. Fred wechselt die Verkleidung im Minutentakt - vom Dandy im Anzug zum stummen Fred im Rollstuhl und wieder zurück.

Für echte Späße sind aber die Nebendarsteller zuständig: ein herrlich überdrehter Jürgen Vogel als Alex, die kecke Tanja Wenzel, Kurt Krömer im charmanten Kurzauftritt und allen voran Christoph Maria Herbst als Rollstuhlfahrer Ronnie. Bei ihm sitzt jede Pointe, er gehört zweifellos in die erste Reihe der deutschen Mimen. Dort sucht man die Hauptdarsteller vergeblich.

Til Schweiger verfügt zwar über einen hervorragend gepflegten Körper, den er auch gleich in den ersten Minuten des Films entblößt. Seine mimischen Qualitäten kämpfen sich weitaus seltener ans Tageslicht. Und Alexandra Maria Lara, Weltversteherin vom Dienst, gibt sich derart mitfühlend, als würde sie sich für "Das Wort zum Sonntag" bewerben. Wenn auch etwas verspätet, zieht Anno Saul zum Glück das Tempo an, und läßt endlich die turbulente Komödie von der Leine.

[ Roman Klink ]

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